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gestellt, wie er auf einem hohen Rosse, mit einem Pinsel in der Hand, voreiner ungeheuer lang ausgespannten Leinwand hinreitet und im Galop malt;sobald er ans Ende der Leinwand anlangt, ist auch das Gemälde fertig.Welche Menge von kolossalen Schlachtstiicken hat er in der jüngsten Zeit fürVersailles geliefert! In der That, mit Ausnahme von Oesterreich undPreußen, besitzt wohl kein deutscher Fürst so viel Soldaten, wie deren HorazVcrnet schon gemalt hat! Wenn die fromme Sage wahr ist, daß am Tageder Auferstehung jeden Menschen auch seine Werke nach der Stätte des Ge-richtes begleiten, so wird gewiß Horaz Vernet am jüngsten Tage in Begleitungvon einigen Hunderttausend Mann Fußvolk und Cavalerie im Thale Josa-phat anlangen. Wie furchtbar auch die Richter sein mögen, die borten sitzenwerden, um die Lebenden und Todten zu richten, so glaube ich doch nicht, daßsie den Horaz Vernet ob der Ungebührlichkeit, womit er Juda und Thamarbehandelte, zum ewigen Feuer verdammen werden. Ich glaube es nicht.Denn erstens, das Gemälde ist so vortrefflich gemalt, daß man schon deßhalbden Beklagten freisprechen müßte. Zweitens ist der Horaz Vernet ein Genie,und dem Genie sind Dinge erlaubt, die den gewöhnlichen Sündern verbotensind. Und endlich, wer an der Spitze von einigen IM,OVO Soldaten an-marschirt kömmt, dem wird ebenfalls viel verziehen, selbst wenn er zufälliger-weise kein Genie wäre.
60.
Paris, den 1. Juni 1843.
Der Kampf gegen die Universität, der von clcricaler Seite noch immer fort-gesetzt wird, so wie auch die entschiedene Gegenwehr, wobei sich besonders Mi-chelet und Quinet hervorthaten, beschäftigt noch immer das große Publicum.Vielleicht wird dieses Interesse bald wieder verdrängt von irgend einer neuenTagcssragc; aber der Zwist selbst wird so bald nicht geschlichtet sein, denn erwurzelt in einem Zwiespalt, der Jahrhunderte alt ist, und vielleicht als derletzte Grund aller Umwälzungen im französischen StaatSlebcn betrachtet wer-den dürfte. Es handelt sich hier weder um Jesuiten noch um Freiheit deSUnterrichts; beides sind nur Losungsworte, sie sind keineswegs der Ausdruckdessen, was die kriegführenden Parteien denken und wollen. Etwas ganzanderes, als man zu gestehen wagt, wo nicht gar das Gegenthcil der inncrnUebcrzeugung, wird auf beiden Seiten ausgesprochen. Man schlägt manch-mal auf den Sack und meint den Esel, heißt das altdeutsche Sprichwort.Wir hegen eine zu gute Meinung von dem Verstände der Universitätsprofes-soren, als daß wir annehmen dürsten, sie polemifirtcn im vollsten Ernste gegen