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dic am schäbigsten darauf erpicht sind, ihre erworbenen Befugnisse zu mißbrau-chen. Aus mißmuthiger Fürsorge erfüllte ich einst die Formalitäten, die zunichts verpflichten und uns doch in den Stand setzen, nöthigsten Falls dic Rechteder Naturalisation ohne Zögerniß zu erlangen. Aber ich hegte immer eineunheimliche Scheu vor dem definitiven Art. Durch dieses Bedenken, durchdiese tiescingcwurzcltc Abneigung gegen dic Naturalisation, gerieth ich in einefalsche Stellung, die ich als dic Ursache aller meiner Nöthen, Kümmernisseund Fehlgriffe während meinem drei und zwanzigjährigen Aufenthalt in Parisbetrachten muß. DaS Einkommen eines guten Amtes hätte hier meinen kost-spieligen Haushalt und' dic Bedürfnisse einer nicht sowohl launischen als viel-mehr menschlich frei«! Lebensweise hinreichend gedeckt — aber ohne vorher-gehende Naturalisation war mir der Staatsdienst verschlossen. Hohe Wür-den und fette Sinccurcn stellten mir meine Freunde lockend genug in Aus-sicht, und es fehlte nicht an Beispielen von Ausländern, die in Frankreich dieglänzendsten Stufen der Macht und der Ehre erstiegen — Und ich darf essagen, ich hätte weniger als andere mit einheimischer Scheelsucht zu kämpfengehabt, denn nie hatte ein Deutscher in so hohem Grade wie ich dic Sympathieder Franzosen gewonnen, sowohl in der literarischen Welt als auch in der hohenGesellschaft, und nicht als Gönner, sondern als Camcrad Pflegte der Vor-nehmste meinen Umgang. Der ritterliche Prinz, der dem Throne am nächstenstand, und nicht bloS ein ausgezeichneter Feldherr und Staatsmann war, son-dern auch das „Buch der Lieder" im Original las, hätte mich gar zu gern infranzösischen Diensten gesehen, und sein Einfluß wäre groß genug gewesen,um mich in solcher Lausbahn zu fördern. Ich vergesse nicht dic Liebenswür-digkeit, womit einst im Garten des Schlosses einer fürstlichen Freundin dergroße Geschichtschrciber der französischen Revolution und des Empires, welcherdamals der allgewaltige Präsident des ConseilS war, meinen Arm ergriff, undmit mir spazieren gehend, lange und lebhaft in mich drang, daß ich ihm sagenmöchte, was mein Herz begehre, und daß er sich anheischig mache, mir Alleszu verschaffen. — Im Ohr klingt mir noch jetzt der schmeichlerische Klangseiner Stimme, in der Rase prickelt mir noch der Duft des großen blühend«,Magnoliabaums, dem wir vorübergingen, und der mit seinen alabasterweißenvornehmen Blumen in die blauen Lieste emporragte, so prachtvoll, so stolz,wie damals, in den Tagen seines Glückes, das Herz des deutschen Dichters!
Ja, ich habe das Wort genannt. Es war der närrische Hochmuth desdeutschen Dichters, der mich davon abhielt, auch nur pro Forma ein Franzosezu werden. Es war eine ideale Grille, wovon ich mich nicht losmachen konnte.In Bezug auf das, waS wir gewöhnlich Patriotismus nennen, war ich immerein Freigeist, doch konnte ich mich nicht eines gewissen Schauers erwehren,wenn ich etwas thun sollte, was nur halbwcg als ein Lossagen vom Vater-