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die Veröffentlichung einer solchen Thatsache, selbst im Fall der Augsburg»Censor ihr sein Imprimatur verliehen hätte.
Ein anderes, ähnliches Geständniß gestattete damals nicht die Ccnsur desHerzens, die noch weit ängstlicher als die der Allgemeinen Zeitung. Nein, kurznach dem Sturze Guizot's durste ich nicht öffentlich eingestehen, daß ich vorherauch aus Furcht schwieg. Ich mußte mir nämlich Anno 1R4 gestehen, daßwenn Herr Guizot von meiner Corrcspondenz erführe und die darin enthal-tene Kritik ihm einigermaßen mißfiele, der leidenschaftliche Mann wohl fähiggewesen wäre, die Gefühle der Großmuth überwindend, dem unbcgucmenKritiker in einer sehr summarischen Weise das Handwerk zu legen. Mit derAusweisung des Corrcspoudcnten ans Paris hätte auch seine Pariser Corrcs-pondenz nothwcndigcrwcise ein Ende gehabt. In der That, Se. Magnificcnzhatte die Fasccs der Gewalt in Händen, er konnte mir zu jeder Zeit das oon-kiliurn nbennlll erthcilen, und ich mußte dann auf der Stelle den Ranzenschnüren. Seine Pedelle in blauer Uniform mit citroncngclbcu Ausschlägenhätten mich bald meinen Pariser Studien entrissen und bis an jene Pfählebegleitet, „die wie das Zebrah sind gestreift," wo mich andere Pedcll.c mit nochviel fataleren Livrscn und germanisch ungeschliffenen Manieren in Empfanggenommen hätten, um mir die Houcurs des Vaterlandes zu machen
Aber unglücklicher Poet, warst du nicht durch deine französische Naturalisa-tion hinlänglich geschützt gegen solche Ministcrwillkür?
Ach, die Beantwortung dieser Frage entreißt mir ein Geständniß, das viel-leicht die Klugheit geböte zu verschweigen. Aber die Klugheit und ich, wirhaben schon lange nicht mehr aus derselben Kumpc gegessen — und ich willheute rücksichtslos bekennen, daß ich mich nie in Frankreich naturalisircn ließ,und meine Naturalisation, die für eine notorische Thatsachc gilt, dennoch nurein deutsches Mährchcn ist. Ich weiß nicht, welcher müssigc oder listige Kopfdasselbe ersonnen. Mehre Landslcutc wollten freilich aus authentischer Quellediese Naturalisation »schnüffelt haben; sie refcrirtcn darüber in deutschen Blät-tern, und ich unterstützte den irrigen Glauben durch Schweigen. Meine lie-ben literarischen und politischen Gegner in der Hcimath, und manche sehr ein-flußreiche intime Feinde hier in Paris, wurden dadurch irre geleitet, undglaubten, ich sei durch ein französisches Bürgerrecht gegen mancherlei Vexatio-ncn und Machinationen geschützt, womit der Fremde, der hier einer cxceptio-ncllcn Jurisdiction unterworfen ist, so leicht heimgesucht werden kann. Durchdiesen wohlthätigcn Jrrthum entging ich mancher Böswilligkeit und auch man-cher Ausbeutung von Industriellen, die in geschäftlichen Conflictc» ihre Be-vorrcchtung benutzt hätten. Eben so widerwärtig wie kostspielig wird auf dieLänge in Paris der Zustand des Fremden, der nicht naturatisirt ist. Manwird geprellt und geärgert, und zumeist eben von naturalisirtcn Ausländern,