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6 (1855) Vermischte Schriften : zweite Abtheilung
Entstehung
Seite
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Wort des göttlichen Commnnistcn ist ein furchtbares Anathcma und zeugt vonseinem bittcrn Haß gegen die Börse und darrt ünanos von Jerusalem. ESwimmelt in der Welt von Philanthropen, cS giebt Thicrquälergcscllschaftcn,und man thut wirklich sehr viel für die Armen. Aber für die Reichen, dienoch viel unglücklicher sind, geschieht gar nichts. Statt Preisfragen überSeidcncultur, Stallfllttcrung und Kant'sche Philosophie aufzugeben, solltenunsrc gelehrten Societätcn einen bedeutenden Preis aussetzen zur Lösung derFrage: wie man ein Kameel dnrch ein Nadelöhr fädeln könne? Lhc diesegroße Kamcclfrage gelöst ist und die Reichen eine Aussicht gewinnen, insHimmelreich zu kommen, wird auch für die Armen kein durchgreifendes Heilbegründet. Die Reichen würden weniger hartherzig sein, wenn sie nicht blosauf Erdenglllck angewiesen wären und nicht die Armen beneiden müßten, dieeinst dort oben in Floribus sich des ewigen Lebens gaudiren. Sie sagen:warum sollen wir hier auf Erden für das Lumpengesindel etwas thun, da esihm doch einst besser geht als uns, und wir jedenfalls nach dem Tode nicht mitdemselben zusammentreffen? Wüßten die Reichen, daß sie dort oben wiederin aller Ewigkeit mit uns gemeinsam Hansen müssen, so würden sie sich gewißhier aus Erden etwas genircn und sich hüten, uns gar zu sehr zu mißhandeln.Laßt uns daher vor allem die große Kamcclfrage lösen.

Hartherzig sind die Neichen, das ist wahr. Sie sind es sogar gegen ihreehemaligen College», wenn sie etwas heruntergekommen sind. Da bin ichjüngst dem armen August Leo begegnet, und das Herz blutete mir beim An-blick des Mancs, der ehemals mit de» Häuptern der Börse, mit der Aristokra-tie der Spekulanten, so intim verbunden und sogar selbst ein Stück Banquicrwar. Aber sagt mir doch, Ihr hochmögendcn Herren, was hat Euch der armeLeo gethan, daß Ihr ihn so schnöde ausgestoßen habt ans der Gemeinde?ich meine nicht ans der jüdischen, ich meine aus der Finanz-Gemeinde. Ja,der Acrmstc genießt seit einiger Zeit die Ungunst seiner Genossen in so hohemGrade, daß man ihn von allen verdienstlichen Unternehmungen, d., h. vonallen Unternehmungen, woran etwas verdient wird, wie einen Misselsüchtigenausschließt. Auch von dem letzten Emprunt hat man ihm nichts zufließenlassen, und auf Bctheiligung bei neuen Eisenbahn-Entrcprisen mnß er gänz-lich verzichten, seitdem er bei der Vcrsailler Eisenbahn der ickve guuoüe eine soklägliche Schlappe erlitten, und seine Leute in so schreckliche Verluste hinein-gerechnet hat. Keiner will mehr etwas von ihm wissen, jeder stößt ihn zurück,und sogar sein einziger Freund, (der, beiläufig gesagt, ihn nie ausstehen konnte),sogar sein Jonathan, der Stockjobber Läusedorf, verläßt ihn und lauft jetztbeständig hinter dem Baron Mecklenburg einher, und kriecht demselben fastzwischen die Rockschöße hinein. Beiläufig bemerke ich ebenfalls, daß ge-nannter Baron Meklenburg, einer unserer eifrigsten Agiotcure und Jndu-