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striellcn, keineswegs ei» Jsraclite ist, wie man gewöhnlich glaubt, weil manihn mit Abraham Meyenburg verwechselt, oder weil man ihn immer unterden Starken Israels sieht, unter den Creti und Plcti der Börse, wo sie sichum ihn versammeln; denn sie lieben ihn sehr. Diese Leute sind keine religiösenFanatiker, wie man sieht, und ihr Unmuth gegen den armen Leo ist daherkeinen intoleranten Ursachen beizumessen; sie grollen ihm nicht wegen seinerAbtrünnigkeit von der schönen jüdischen Religion, und sie zuckten nur mitleidigdie Achsel über die schlechten Religions-Wechsel-Gcschäfte des armen Leo, derin dem protestantischen Bcthaus der uns äes dillettes jetzt das Amt einesMargnillcrs versieht — das ist gewiß ein bedeutendes Ehrenamt, aber einMann wie August Leo wäre mit der Zeit auch in der Synagoge zu großenWürden emporgestiegen, man hätte vielleicht bei Beschneidungsseierlichkcitendas Kind, dem die Vorhaut abgeschnitten wird, oder das Messerchen, womitsolches geschieht, seinen Händen anvertraut, oder man hätte ihn auch beiLesung der Thora mit den kostspieligsten Tagcswürden überhäuft, ja, da ersehr musikalisch ist und gar für Kirchenmusik so viel Sinn besitzt, wäre ihmvielleicht am Neujahrsfeste der jüdische» Kirche das Blasen mit dem Schofar,dem heiligen Hörne, zu Theil worden. Nein, er ist nicht das Opfer einesreligiösen oder moralischen Unwillens starrköpfiger Pharisäer, es sind nichtFehler des Herzens, welche dem armen Leo zur Last gelegt werden, sondernRechnungsfehler und verlorene Millionen verzeiht selbst kein Christ. Aberhabt doch endlich Erbarmen mit dem armen Gefallenen, mit der gesunkenenGröße, nehmt ihn wieder auf in Gnaden, laßt ihn wieder Theil nehmen aneinem guten Geschäfte, gönnt ihm einmal wieder einen kleinen Profit, woransich sein gebrochenes Herz erlabe, ckato obolum Lolisurio — gebt einen Oboluseinem Belisar, der zwar kein großer Feldherr aber blind gewesen und nie imLeben irgend einem Bedürftigen einen Obolus gegeben hat!
Auch patriotische Gründe gicbt es, welche die Erhaltung des armen Leowünschcnswcrth machen. Gekränktes Selbstgefühl und die großen Verlustenöthigc», wie ich höre, den einst so wohlhabenden Mann, das sehr thcureParis zu verlassen und sich auf das Land zurückzuziehen, wo er wie Cincinatusseinen selbstgcpslanzten Kohl verspeisen oder wie einst Ncbukadnezar auf seineneigenen Wiesen grasen kann. Das wäre nun ein großer Verlust für diedeutsche Landsmanuschaft. Denn alle deutsche Reisende zweiten und drittenRanges, die hierher nach Paris kamen, fanden im Hause dcS Herrn Leo einegastliche Aufnahme, und manche, die in der frostigen Franzosenwclt ein Unbe-hagen empfanden, konnten sich mit ihrem deutschen Herzen hierher flüchten undmit gleichgesinntcn Gemüthern wieder heimisch fühle». An kalten Winter-abenden fanden sie hier eine warme Tasse Thee, etwas homöopathisch zuberei-tet, aber nicht ganz ohne Zucker. Sic sahen hier Herrn von Humboldt,