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In dicscm Augenblick ist der Stern Rothschild im Zcnith seines Glanzes.Ich weiß nicht, ob ich mir nicht einen Mangel an Devotion zu Schulden kom-men lasse, indem ich Hrn. v. Rothschild nur einen Stern nannte. Doch erwird mir nicht darob grollen, wie jener Andre, Ludwig XIV., der einst übereinen armen Dichter in Zorn gerietst, weil er die Impertinenz hatte, ihn miteinem Stern zu vergleichen, ihn, der gewohnt war, die Sonne genannt zuwerden, und auch diesen Himmelskörper als sein offlciellcS Sinnbild ange-nommen.
Ich will heute, um ganz sicher zu gehe», Hrn. v. Rothschild dennoch mitder Sonne vergleichen, erstens kostet cS mir nichts und dann wahrhastig ichkann es mit gutem Fug in diesem Augenblick, wo jeder ihm huldigt um vonseinen goldncn Strahlen gewärmt zu werden. — Unter uns gesagt, diesetnror der Verehrung ist für die arme Sonne keine geringe Plage, und sie hatkeine Ruhe vor ihren Anbetern, worunter manche gehöre», die wahrlich nichtWerth sind, von der Sonne beschienen zu werden; diese Pharisäer psalmodi-rcn am lautesten ihr Lob und Preis, und der arme Baron wird von ihnen somoralisch torguirt und abgchcht, daß man ein Mitleid mit ihm haben möchte.Ich glaube überhaupt, das Geld ist für ihn mehr ein Unglück als ein Glück;hätte er ein hartes Naturell, so würde er weniger Ungemach ausstehen, aberein gutmüthiger, sanfter Mensch, wie er ist, muß er viel leiden von dem An-drang des vielen Elends, das er lindern soll, von den Ansprüchen, die manbeständig an ihn macht, und von dem Undank, der jeder seiner Wohlthatenauf dem Fuße folgt. Ueberreichthum ist vielleicht schwerer zu ertragen alsArmnth. Jedem, der sich in großer Gcldnoth befindet, rathe ich zu Herrnv. Rothschild zu gehen; nicht um bei ihm zu borge» (denn ich zweifle, daß eretwas Erkleckliches bekömmt), sondern um sich durch den Anblick jenes Gcld-ElcndS zu trösten. Der arme Teufel, der zu wenig hat, und sich nicht zuhelfen weiß, wird sich hier überzeugen, daß es einen Menschen giebt, der nochweit mehr gcguält ist, weil er zu viel Geld hat, weil alles Geld der Welt inseine kosmopolitische Ricscntasche geflossen, und weil er eine solche Last mitsich herumschleppen muß, während rings um ihn her der große Haufen vonHungrigen und Dieben die Hände nach ihm ausstreckt. Und welche schreck-liche und gefährliche Hände! — Wie geht es Ihnen? frug einst ein deutscherDichter den Herrn Baron. ,,Jch bin verrückt," erwiedertc dieser. Ehe Sicnicht Geld zum Fenster hinauswerfen, sagte der Dichter, glaube ich es nicht.Der Baron fiel ihm aber seufzend in die Rede: „Das ist eben meine Ver-rücktheit, daß ich nicht manchmal das Geld zum Fenster hinauswerfe."
Wie unglücklich sind doch die Reichen in dicscm Leben — und nach demTode kommen sie nicht einmal in den Himmel! „Ein Kamecl wird eher durchein Nadelöhr gehen, als daß ein Reicher ins Himmelreich käme" — dieses