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höre, soll sich Herr Schindler in Cöln, wo er Musikdircctor ist, sehr darübergrämen, daß ich in einem meiner Saisonbcrichte sehr wegwerfend von seinerweißen Cravattc gesprochen, und von ihm selbst behauptet habe, auf seinerVisitenkarte sei unter seinem Namen der Zusatz ami cko kZeetKovsn zu lesengewesen. Letzteres stellt er in Abrede; was die Cravatte betrifft, so hat eö damitganz seine Richtigkeit, und ich habe nie ein fürchterlich weißeres ünd steiferesUngeheuer gesehen; doch in Betreff der Karte muß ich aus Menschenliebe ge-stehen, daß ich selber daran zweifle, ob jene Worte wirklich darauf gestanden.Ich habe die Geschichte nicht erfunden, aber vielleicht mit zu großer Zuvor-kommenheit geglaubt, wie es denn bei allem in der Welt mehr ans die Wahr-scheinlichkeit als auf die Wahrheit selbst ankommt. Erstcre beweist, daß manden Mann einer solchen Narrheit sähig hielt, und bietet uns das Maß seineswirklichen Wesens, während ein wahres Factum an und für sich nur eineZufälligkeit ohne charakteristische Bedeutung sein kann. Ich habe die erwähnteKarte nicht gesehen; dagegen sah ich dieser Tage mit leiblich eignen Augen dieVisitenkarte eines schlechten italienischen Sängers, der unter seinem Namendie Worte uvvou cks blr. Uudiui hatte drucken lassen.
57.
Paris, den S. Mai 1843.
Die eigentliche Politik lebt jetzt zurückgezogen in ihrem Hotel auf dem Boule-vard des Capücins. Industrielle und artistische Fragen sind unterdessen ander Tagesordnung, und man streitet jetzt, ob das Zuckerrohr oder die Runkel-rübe begünstigt werden solle, ob es besser sei, die Nordciscnbahn einer Com-pagnic zu überlassen oder sie ganz auf Kosten des Staates auszubauen, ob daselastische System in der Poesie durch den Succcß von Lucrezia wieder aus dieBeine kommen werde; die Namen, die man in diesem Augenblick am häufig-sten nennt, sind Rothschild und Ponsard.
Die Untersuchung über die Wahlen bildet ein kleines Intermezzo in derKammer. Der voluminöse Bericht über diese betriebsame Angelegenheit ent-hält sehr wunderliche Details. Der Verfasser ist ein gewisser Lanyer, den ichvor zwölf Jahren als einen äußerst ungeschickten Arzt bei seinem einzigen Pa-tienten antraf, und der seitdem zum Besten der Menschheit den Acsculapstaban den Nagel gehängt hat. Sobald die Enquete beseitigt, beginnen die De-batten über die Zuckersrage, bei welcher Gelegenheit Herr von Lamartine dieInteressen des Colonialhandcls und der französischen Marine gegen den klein-lichen Krämcrsinn vertreten wird. Die Gegner des Zuckerrohrs sind entwederbetheiligte Industrielle, die das Heil Frankreichs nur vom Standpunkt ihrer
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