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hauch anweht, der unmittelbar bekundet, daß der Erccntant mit dem Compo-nistcn aus derselben freien Gcisteshöhc steht, daß er ebenfalls ein Freier ist.Ja, dieses Selbstbewußtsein der Freiheit in der Kunst offenbart sich ganz be-sonders durch die Behandlung, durch die Form, in keinem Falle durch denStoff, und wir können im Gegentheil behaupten, daß die Künstler, welche dieFreiheit selbst und die Befreiung zu ihrem Stoffe gewählt, gewöhnlich von be-schränktem, gefesselten Geiste, wirklich Unfreie sind. Diese Bemerkung bewährtsich heutigen Tages ganz besonders in der deutschen Dichtkunst, wo wir mitSchrecken sehen, daß die zügellos trotzigsten Frciheitsängcr, beim Licht betrach-tet, meist nur bornirtc Naturen sind, Philister, deren Zopf unter der rothcnMütze hervorlauscht, Eintagsfliegen, von denen Goethe sagen würde:
Matte Fliegen! Wie sie rasen!
Wie sie sumsend übcrkcckIhren kleinen FliegendreckTräufeln auf Tyranucnnasen!
Die wahrhaft großen Dichter haben immer die großen Interessen ihrer Zeitanders aufgefaßt als in gereimten Zeitungsartikeln, und sie haben sich wenigdarum bekümmert, wenn die knechtische Menge, deren Rohhcit sie anwidert,ihnen den Vorwurf des Aristokratismus machte.
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Paris, 26. März 1 A3.
Als die merkwürdigsten Erscheinungen der heurigen Saison habe ich dieHerren Sivori und Dreyschock genannt. Letzterer hat den größten Beifallgeerntct, und ich rcferire getreulich, daß ihn die öffentliche Meinung für einender größten Claviervirtuosen proclamirt und den gefeiertsten derselben gleichgestellthat. Er macht einen höllischen Spectakel. Man glaubt nicht einen PianistenDrcyschock, sondern drei Schock Pianisten zu hören. Da an dem Abend seinesConccrtes der Wind südwestlich war, so konnten Sie vielleicht in Augsburgdie gewaltigen Klänge vernehmen; in solcher Entfernung ist ihre Wirkunggewiß eine angenehme. Hier jedoch, im Departement de la Seine, berstetuns leicht das Trommelfell, wenn dieser Clavicrschläger loswcttcrt. Häng'dich, Franz Liszt, du bist ein gewöhnlicher Wiudgötzc in Vcrglcichung mitdiesem Donnergott, der wie Birkcnrciscr die Stürme zusammenbindet unddamit das Meer stäupt. Die ältcrn Pianisten treten immer mehr in denSchatten, und diese armen, abgelebten Invaliden des Ruhmes müssen jetzthart dafür leiden, daß sie in ihrer Jugend überschätzt worden. Nur Kalk-brenner hält sich noch ein Bischen. Er ist diesen Winter öffentlich aufgetreten,