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6 (1855) Vermischte Schriften : zweite Abtheilung
Entstehung
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Mol6, das ist er selber, und da doch einmal geschieht, was er will, so wäre esgar kein Unglück, wenn Mol6 wieder Minister würde.

Aber ein Glück Ware es auch nicht, denn das königliche System würde nachwie vor in Wirksamkeit bleibe», und wie sehr wir die edle Absicht des Königshochschätzen, wie sehr wir ihm den besten Willen für das Glück Frankreichszutrauen, so müssen wir doch bekennen, daß die Mittel zur Ausführung nichtdie richtigen sind, daß das ganze System keinen Schuß Pulver taugt, wenn esnicht gar einst durch einen Schuß Pulver in die Luft springt. Ludwig Philippwill Frankreich regiere,» durch die Kammer, und er glaubt alles gewonnen zuhaben, wenn er durch Begünstigung ihrer Glieder bei allen Regicrungsvor-schlägen die parlamentarische Majorität gewonnen. Aber scinJrrthnm bestehtdarin, daß er Frankreich durch die Kammer rcpräscntirt glaubt. Dieses aberist nicht der Fall, und er verkennt ganz die Interessen eines Volks, welche vondenen der Kammer sehr verschieden sind, und von letzterer nicht sonderlich beach-tet werden. Steigt seine Jmpopularität bis zu einem bedenklichen Punkte, sowird ihn schwerlich die Kammer retten können, und cS ist noch die Frage, objene begünstigte Bourgeoisie, für die er so viel thut, ihm im gefährlichen Au-genblicke mit Enthusiasmus zu Hülfe eilen wird.

Unser Unglück ist, sagte mir jüngst ein Habituö der Tuilerien, daß unsreGegner, indem sie uns schwächer glauben als »vir sind, uns nicht fürchten, unddaß unsre Freunde, die zuweilen schmollen, unSeine größere Stärke zumnthcn,als wir in der Wirklichkeit besitzen.

55.

Paris, den LS. März 1843.

Die Langeweile, welche die klassische Tragödie der Franzosen ausdünstet, hatNiemand besser begriffen, als jene gute Bürgersfrau unter Ludwig XV., diezu ihren Kindern sagte» beneidet nicht den Adel und verzeiht ihm seinen Hoch-mnth, er muß ja doch als Strafe des Himmels jeden Abend im Thclltresran?aiS sich zu Tode langweilen. Das alte Regime hat aufgehört, und dasSccpter ist in die Hände der Bourgeoisie gcrathcn; aber diese neuen Herr-scher müssen ebenfalls sehr viele alte Sünden abzubüßen haben, und der Un-muth der Götter trifft sie noch unleidlicher als ihre Vorgänger im Reiche»denn nicht blos, daß ihnen Madcmoisclle Rachel die moderige Hefe des antikenSchlaftrunks jeden Abend crcdcnzt, müssen sie jetzt sogar den Abhub unsererromantischen Küche, vcrsificirtes Sauerkraut, die Burggrafen von VictorHugo, verschlucken! Ich will kein Wort verlieren über den Werth dieses un-verdaulichen Machwerks, das mit allen möglichen Prätensioncn auftritt, na-