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niinftig, und folglich auch als berechtigt, zu stutzen weiß. Das ist eben dasWesen eines Doktrinärs, daß er siir alles was er thun will eine Doctrin fin-det. Er steht vielleicht mit seinen geheimsten llcbcrzcugnngcn über dieser Doc-trin, vielleicht auch drunter, was weiß ich? Er ist zu gcisteSbegabt und viel-seitig wissend, als daß er nicht im Grunde ein Skeptiker wäre, und eine solcheSkepsis verträgt sich mit dem Dienst, den er dem Systeme widmet, dem er sicheinmal ergeben hat. Jetzt ist er der neue Diener der Bourgeoisichcrrschaft,und hart wie ein Herzog von Alba wird er sie mit unerbittlicher Conscgucnzbis zum letzten Momente verthcidigcn. Bei ihm ist kein Schwanken, keinZagen, er weiß was er will, und was er will thut er. Fällt er im Kampfe,so wird ihn auch dieser Sturz nicht erschüttern, und er wird blos die Achselnzucken. War doch das, wofür er kämpfte, ihm im Grunde gleichgültig. Siegtetwa einst die republikanische Partei, oder gar die der Communistcn, so ratheich diesen braven Leuten, de» Guizot zum Minister zu nehmen, seine Intelli-genz und seine Halsstarrigkeit auszubeuten, und sie werden besser dabei stehen,als wenn sie ihren erprobtesten Dummköpfen der Bürgertugend das Gouver-nement in Händen geben. Ich möchte einen ähnlichen Rath den Hcnriquin-qnisten crtheilcn, für den unmöglichen Fall, daß sie einst wieder durch ein Na-tionalnnglück, durch ein Strafgericht Gottes, in Besitz der officicllcn Gewaltgeriethcn; nehmt den Guizot zum Minister, und Ihr werdet Euch dreimalvicrundzwanzig Stunden länger halten können, und ich fürchte, Herrn Guizotnicht unrecht zn thun, wenn ich die Meinung ausspreche, daß er so tief herab-steigen könnte, um Eure schlechte Sache durch seine Bercdtsamkcit und seinegouvernemcntalen Talente zu unterstützen. Seid Ihr ihm doch eben so gleich-gültig, wie die Spießbürger, für die er jetzt so großen GcisteSanfwand machtin Wort und That, und wie das System des Königs, dem er mit stoischemGleichmuthc dient.
Herr Mols unterscheidet sich von diesen beiden dadurch, daß er erstens dereigentliche Staatsmann ist, dessen Persönlichkeit schon den Patricicr vcrräth,dem das Talent der Staatslenkung angeboren oder durch Familientraditioncnanerzogen worden. Bei ihm ist keine Spur vom plebejischen Emporkömmling,wie bei Herrn Thiers, und noch weniger hat er die Ecken eines Schulmanns,wie Herr Guizot, und bei der Aristokratie der fremden Höfe mag er durch einesolche äußere Repräsentation und diplomatische Leichtigkeit die Genialität er-setzen, welche wir bei Herrn Thiers und Guizot finden. Er hat kein anderesSystem, als das des Königs, ist auch zn sehr Hofmann, um ein andres habenzu wollen, und das weiß der König, und er ist der Minister nach dem HerzenLudwig Philipps. Ihr werdet sehen, jedesmal wenn man ihm die Wahl lassenwird, Herrn Guizot oder Herrn Thiers zum Premierminister zu nehme», wirdLudwig Philipp immer wehmllthig antworten: Laßt mich Molb nehmen.