Paris, den 12. Juli 1842.
und sich vor der That eben so beschcidcntlich fürchten wie ihre Vorgänger; derentschiedenste Neuerer in der Kammer will nicht das Bestehende gewaltsam um-stürzen, sondern nur die Befürchtungen der oder» Machte und die Hoffnungender untern für sich selber ausbeuten. Aber die Verwirrungen, Verwicklungenund momentanen Nöthen, worin die Regierung in Folge dieses Treibens ge-rathcn kann, geben den dunkeln Gewalten, die im Verborgenen lauern, dasSignal zum Losbruch, und wie immer erwartet die Revolution eine parla-mentarische Initiative. DaS entsetzliche Rad käme dann wieder in Bewegung,und wir sähen diesmal einen Antagonisten auftreten, welcher der schrecklichstesein dürfte von allen die bisher mit dem Bestehenden in die Schranken getreten.Dieser Antagonist bewahrt noch sein schreckliches Jneognito und rcfidirt wie eindürftiger Prätendent in jenem Erdgeschoß der offlciellcn Gesellschaft, in jenenKatakomben, wo unter Tod und Verwesung das neue Leben keimt und knospet.CommuniSmus ist der geheime Name des furchtbaren Antagonisten, der dieProletaricrhcrrschaft in allen ihren Consequcnzc» dem heutigen Bourgoisie-Regimcnte entgegensetzt. Es wird ein furchtbarer Zweikamps sein. Wiemöchte er enden? Das wissen die Götter und Göttinnen, denen die Zukunftbekannt ist. Nur so viel wissen wir: der Communismus, obgleich er jetztwenig besprochen wird und in verborgenen Dachstuben auf seinem elendenStrohlager hinlungert, so ist er doch der düstre Held, dem eine große wenn auchnur vorübergehende Rolle beschieden iu der modernen Tragödie, und der nurdes Stichworts harrt, um auf die Bühne zu treten. Wir dürfen daher diesenActeur nie aus den Augen verlieren und wir wollen zuweilen von den gehei-men Proben berichten, worin er sich zu seinem Debüt vorbereitet. SolcheHindeutungen sind vielleicht wichtiger als alle Mittheilungcu über Wahlum-triebe Partcihadcr und Cabinctsintrigucn.
Das Resultat der Wahlen werden Sie aus den Zeitungen ersehen. Hierin Paris braucht mau nicht erst die Blätter darüber zu consultircn, es ist aufallen Gesichtern zu lesen. Gestern sah es hier sehr schwül aus und die Ge-müther vcrriethcn eine Aufregung, wie ich sie nur in großen Krisen bemerkthabe. Die alten wohlbekannten Sturmvögel rauschten wieder unsichtbar durchdie Luft und die schläfrigsten Köpfe wurden plötzlich aufgeweckt aus der zwei-jährigen Ruhe. Ich gestehe daß ich selbst, angeweht von dem furchtbarenFlügelschlag, ein gewaltiges Hcrzbcben empfand. Ich fürchte mich immer im