nämlich in die Seine! Thiers hat ihm als Minister vielleicht keinen großenDienst geleistet.
Wahrlich, er leistet dem Kaiser einen großer» Dienst als Historiker, undein solideres Monument als die Vendomcsäule und das projcctirte Grabmalerrichtet ihm Thiers durch das große Geschichtsbuch, woran er beständig ar-beitet, wie sehr ihn auch die politischen TagcSwchen in Anspruch nehmen.Nur Thiers hat das Zeug dazu, die große Historie des Napoleon Bonapartezu schreiben, und er wird sie besser schreiben als diejenigen, die sich dazu beson-ders berufen glauben, weil sie treue Gefährten des Kaisers waren und sogarbeständig mit seiner Person in Berührung standen. Die personlichen Be-kannten eines großen Helden, seine Mitkämpfer, seine Lcibdicncr, seine Käm-merer, Secretairc, Adjutanten, vielleicht seine Zeitgenossen überhaupt, sindam wenigsten geeignet seine Geschichte zuschreiben; sie kommen mir manch-mal vor, wie das kleine Jnscct, das auf dem Kopf eines Menschen herum-kriecht, ganz eigentlich in der unmittelbarsten Nähe seiner Gedanken verweilt,ihn uberall begleitet und doch nie von seinem wahren Leben und der Bedeu-tung seiner Handlungen das mindeste ahnte.
Ich kann nicht umhin, bei dieser Gelegenheit auf einen Kupferstich auf-merksam zu machen, der in diesem Augenblick bei allen Kunsthändlern ausge-hängt ist und den Kaiser darstellt nach einem Gemälde von Dclaroche, welchesderselbe für Ladp Sandwich gemalt hat. Der Maler verfuhr bei diesemBilde (wie in allen seinen Werken) als Eklektiker, und zur Anfertigung des-selben benutzte er zunächst mehre unbekannte Portraitc, die sich im Besitz derBonapartischcn Familie befinden, sodann die Maske des Tobten, ferner dieDetails, die ihm über die Eigcnthümlichkeiten des kaiserlichen Gesichts voneinigen Damen mitgctheilt worden, und endlich seine eignen Erinnerungen,da er in seiner Jugend mehrmals den Kaiser gesehen. Mein Urtheil überdieses Bild kann ich hier nicht mitthcilcn, da ich zugleich über die Art undWeise des Dclaroche ausführlich reden müßte. Die Hauptsache habe ich be-reits angedeutet: das eklektische Verfahren, welches eine gewisse äußere Wahr-heit befördert, aber keinen tiefern Grundgedanken aufkommen läßt. — Diesesneue Portrait des Kaisers ist bei Gupil und Rittncr erschienen, die fast allebekannten Werke des Dclaroche in Kupferstich herausgegeben. Sic gabenunS jüngst seinen Karl I., welcher im Kerker von den Soldaten und Schergenverhöhnt wird, und als Scitcnstück erhielten wir im selben Format den Gra-fen Stafford, welcher zur Richtstätte geführt, dem Gefängnisse vorbeikommt,wo der Bischof Law gefangen sitzt und dem vorüberziehenden Grasen seinenSegen crthcilt, wir sehen nur seine, auS einem Gitterfenster hcrvorgestrccktenzwei Hände, die wie hölzerne Wegweiser aussehen, recht prosaisch abgeschmackt.In derselben Kunsthandlung erschien auch des Dclaroche großes Cabinetstück: