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6 (1855) Vermischte Schriften : zweite Abtheilung
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tödten, sondern mit höhnischem Gelächter, und in der Fremde wurde man Euchnicht mehr mit jener Ehrfurcht, die einem unverschuldeten Unglück gebührt,sondern mit Geringschätzung das Almosen hinreichen.

Was soll ich aber von den guten Leuten der Jury sagen, die in wetteifern-der Verblendung das Brecheisen legten an das Fundament des eignen Hau-ses? Der Grundstein, worauf ihre ganze bürgerliche Staatsboutique ruht,die königliche Autorität, ward durch jenes beleidigende und schmachvolle Vcr-dict heillos gelockert. Die ganze verderbliche Bedeutung dieses Verdicts wirdjetzt allmählig erkannt, es ist das unaufhörliche Tagesgespräch, und mit Ent-setzen sieht man, wie der fatale Ausgang des Processcs ganz systematisch aus-gebeutet wird. Die verfälschten Briefe haben jetzt eine legale Stütze, undmit der UnVerantwortlichkeit steigt die Frechheit bei den Feinden der bestehendenOrdnung. In diesem Augenblick werden lithographirte Copicn der vorgeb-lichen Autographcn in unzähligen Exemplaren über ganz Frankreich verbreitet,und die Arglist reibt sich vergnügt die Hände, ob des gelungenen Meisterstücks.Die Lcgitimistcn rufen Victoria, als hätten sie eine Schlacht gewonnen.Glorreiche Schlacht, wo die Contemporaine, die verrufene Mine. de. St.Elme, das Banner trug! Der edle Baron Larochejaquclin beschirmte mitseinem Wappenschild diese neue Jcannc d'Arc. Er verbürgt ihre Glaub-würdigkeit warum nicht auch ihre jungfräuliche Reinheit? Vor allen aberverdankt man diesen Triumph dem großen Bcrrycr, dem bürgerlichen Dienst-mann der lcgitimistischcn Ritterschaft, der immer geistreich spricht, gleichvielfür welche schlechte Sache.

Indessen, hier in Frankreich, dem Lande der Parteien, wo den Ereignissenalle ihre Conscqucnzen unmittelbar abgepreßt werden, geht die böse Wirkungimmer Hand in Hand mit einer mehr oder minder heilsamen Gegenwirkung.Und dieses zeigt sich auch bei Gelegenheit jenes unglückseligen Verdicts. Dieargen Folgen desselben werden für den Moment einigermaßen ncutralisirtdurch den Jubel und das Siegesgeschrci, das die Lcgitimistcn erheben: dasVolk haßt sie so sehr, daß es all seineu Unmuth gegen Ludwig Philipp ver-gißt, wenn jene Erbfeinde des neuen Frankreichs allzu jauchzend über ihntriumphircn. Der schlimmste Vorwurf, der gegen den König in jüngsterZeit aufgebracht wurde, war ja eben, daß man ihn beschuldigte, er betreibeallzu eifrig seine Aussöhnung mit den Lcgitimistcn und opfere ihnen die de-mokratischen Interessen. Dcßhalb erregte die Beleidigung, die dem Königgerade durch diese frondirenden Edclleute widerfuhr, zunächst eine gewisseSchadenfreude bei der Bourgeoisie, die, angehetzt durch die Journale des un-zufriedenen Mittelstandes, von den reactionaircn Vorsätzen des jetzigen Mini-steriums die verdrießlichsten Dinge fabelt.

Welche Bcwandtniß hat es aber mit jenen reaktionären Vorsätzen, die man