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sehr natürlich. Laßt uns durch Zumuthung arglistiger Hintergedanken keinenvon diesen dreien verleumden. Wie sehr auch persönliche Neigungen imSpiele sind, so handelten doch alle drei zunächst im Interesse Frankreichs;Ludwig Philipp eden so gut wie Thiers und die Herren des National. Je-doch wie gesagt, persönliche Neigungen kamen ins Spiel. Ludwig Philipp,dieser abgesagte Feind dcS Krieges, des ZcrstörcnS, ist ein eben so leidenschaft-licher Freund des Bauens, er liebt alles, wobei Hammer und Kelle in Bewe-gung gesetzt wird, und der Plan der Befestigung von Paris schmeichelte dieserangcborncn Passion. Aber Ludwig Philipp ist auch der Repräsentant derRevolution, er mag es wollen oder nicht, und wo diese bedroht wird, steht seineeigene Existenz in Frage. Er muß sich in Paris halten, um jeden Preis.Denn bemächtigen sich die fremden Potentaten seiner Hauptstadt, so würdeseine Legitimität ihn nicht so inviolabcl schütze», wie jene Könige von GottesGnaden, die überall, wo sie sind, den Mittelpunkt ihres Reiches bilden. FieleParis gar in die Hände der Republikaner, in Folge einer Revolte, so würdendie fremden Mächte vielleicht mit HcereSmacht heranziehen, aber schwerlich umeine Restauration zu versuchen zu Gunsten Ludwig Philipps, welcher im Ju-lius 1839 König der Franzosen ward, nicht pareo^uekZouibon, sondern qumgusllZonrdon ! Dies fühlt der kluge Herrscher, und er verschanzt sich in seinem Ma-lapartuS. Daß die Befestigung von Paris, wie für ihn selber, so auch für Frank-reich heilsam und nothwendig, ist sein fester Glaube, und neben der Privatlauneund dem Selbsterhaltungstrieb leitete ihn hier eine echte und wahrhafte Vater-landsliebe. Jeder König ist ja ein natürlicher Patriot und liebt sein Land,in dessen Geschichte sein Leben wurzelt und mit dessen Schicksale» cS ver-wachsen ist. Ludwig Philipp ist ein Patriot, und zwar im bürgerlichen,familicnvätcrlichcn, ncufränkischcn Sinne, wie denn überhaupt in den Or-leans eine ganz andere Art des Patriotismus sich entwickelte, als in denBourboncn der altern Linie, die mehr vom historischen StammcSstolze, vommittelalterlichen Adclthum, beseelt waren, als von eigentlicher Liebe für Frank-reich.
Da diese Vaterlandsliebe von den Franzosen als die höchste Tugend ange-sehen wird, so war es eine sehr wirksame Büberei, daß die Feinde des Königsseine patriotischen Gesinnungen durch verfälschte Briefe verdächtigten. Ja,diese famosen Briefe sind zum Thcil verfälscht, zum Theil ganz falsch, und ichbegreife nicht, wie manche ehrliche Leute unter den Republikanern nur einenAugenblick an ihre Echtheit glauben konnten. Aber diese Leute sind immer dieDüpes der Lcgitimistcn, welche die Waffen schmieden, womit jene das Lebenoder den Leumund des Königs zu meucheln suchen. Der Republikaner istimmer bereit, sein Leben bei jeder gefährlichen Unthat anfs Spiel zu setzen;aber er ist doch nur ein täppisches Werkzeug fremder Erfindsamkcit, die für