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Gnizot, alle revolutionären Mittel verschmähend, nur politischen Allianzennachstreben. „Können wir, trotz aller Opfer und Mäßigung, den Friedennicht aufrecht crbaltc», so werden wir den Krieg als eine Macht führen spuis-5,mueZ, und nicht als ein lärmender Hänfen soobue)"—so äußerte sichGuizot im vertrauten Salon. Hierin liegt aber der Hauptgrund, weshalbihm alle jene Leute gram sind, die nur von einer Propaganda den Sieg erwar-ten und sich dabei als nothwendige Werkzeuge wichtig machen wollen. Dassind namentlich die Journalisten, die ihrer Feder alle mögliche HülfSwirkungzutrauen. ,,DaS Beste in der Welt ist eine baumwollene Nachtmütze" —sagt der Bonncticr, und die Journalisten sagen: „das Beste ist ein Zeitungs-artikel !" Wie sehr sie sich irren, erfuhren wir in jüngster Zeit, wo die pro-pagandistischen Phrasen des National, des Courricr franpais und des Consti-tuioncl so viel Mißmuth in Deutschland erregten. Da waren die Väter weitpraktischer: als sie die kosmopolitischen Ideen der Revolution in Gefahr sahen,suchten sie Hülfe im Nationalgcfühl. Die Sohne, welche ihre Nationalitätbedroht sehen, nehmen ihre Zuflucht zu den kosmopolitischen Ideen; — dieseaber treiben nicht so mächtig zur That, wie jene begeisternden Erddünste, diewir Vaterlandsliebe nennen.
Ob im Fall eines Krieges die russische Allianz für die Franzosen heilsamersei als die Propaganda, daran zweifle ich. Durch letztere wird nur ihre zeit-liche Gesellschaftsform bedroht, crstcrc aber gefährdet das Wesen ihrer Gesell-schaft selbst, ihr innerstes LebcnSprinzip, die Seele des französischen Volks.
29.
Paris, den 11. Januar 1811.
Immer mehr verbreitet sich unter den Franzosen die Meinung, daß Bcllo-na'S Drommeten dieses Frühjahr den Gesang der Nachtigallen übcrschmcttern,und die armen Veilchen, zertreten vom Pfcrdchuf, ihren Duft im Pulver-dampf vcrhauchcn müssen. Ich kann dieser Ansicht keineswegs beistimmen,und die süßeste Fricdcnshoffnung nistet beharrlich in meiner Brust. Es istjedoch immer möglich, daß die Unglücksprophctcn Recht haben, und der keckeLenz mit unvorsichtiger Lunte den geladenen Kanonen nahe. Ist aber dieseGefahr überstanden, und ist gar der heiße Sommer gcwittcrlos vorübergezogen,dann glaube ich, ist Europa für lange Zeit vor den Schrecknissen eines Kriegsgeschützt, und wir dürfen uns eines langen, dauernden Friedens versichert hal-ten. Die Wirrnisse, die von oben kamen, werden alsdann auch dort obenruhig gelöst worden sein, und das niedrige Gefticht des NationalhasscS, das sichin den untern Schichten der Gesellschaft entwickelt hat, wird von der bessern