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6 (1855) Vermischte Schriften : zweite Abtheilung
Entstehung
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Much ist ihre Nationaltugcnd. Und NM Ende wissen sie sehr gilt, dnß diepolitischen Bcsitzthllmcr, die ihre Vater mit kampflustigster Tapferkeit erworbenhaben, nicht durch duldende Nachgiebigkeit und müßige Demuth bewahrt wer-den können. Selbst Guizot, der so unwürdig geschmähte Guizot, ist keines-wegs gesonnen, den Frieden um jeden Preis zu erhalten. Dieser Mannbehauptet zwar einen unerschrockenen Widerstand gegen den anstürmendenNaturalismus, aber ich bin überzeugt, daß er sich mit derselben Entschlossen-heit dem Andrang absolutistischer und hierarchischer Bestrebungen entgegcn-stcmmcn würde. Ich weiß nicht, wie groß die Zahl der Nationalgardistcnwar, die beim kaiserlichen Leichenbegängnisse: ä das (Zuirot! riefen; aber ichweiß, daß die Nationalgarde, verstünde sie ihre eigenen Interessen, eben soverständig wie dankbar handeln würde, wenn sie gegen jene schnöden Rufeöffentlich protcstirtc. Denn die Nationalgarde ist am Ende doch nichts Ande-res, als die bewaffnete Bourgeoisie, und eben diese, gefährdet zu gleicher Zeitdurch die intriguirendc Partei des alten Regimes und die Prädicantcn einerBaboeuf'schcn Republik, hat in Guizot ihren natürlichen Schntwogt gefunden,der sie schützt nach oben wie nach unten. Guizot hat nie etwas Anderes ge-wollt, als die Herrschaft der Mittelklassen, die er durch Bildung und Besitzdazu geeignet glaubte, die Staatsgcschäfte zu lenken und zu vertreten. Ichbin überzeugt, hätte er in der französischen Aristokratie noch ein Lcbcnsclcmentgefunden, wodurch sie fähig gewesen wäre, zum Heil des Volkes und derMenschheit Frankreich zu regieren, Guizot wäre ihr Kämpe geworden, miteben so großem Eifer und gewiß mit größerer Uneigcnnlltzigkeit als Bcrrycrund ähnliche Paladine der Vergangenheit; ich bin in gleicher Weise überzeugt,daß er für die Prolctarierherrschaft kämpfen würde, und zwar mit strengererEhrlichkeit als Lamcnnais und seine Krcuzbrllder, wenn er die untern Classcndurch Bildung und Einsicht reif glaubte, das StaatSrudcr zu führen, undwenn er nicht einsähe, daß der unzcitige Triumph der Proletarier nur vonkurzer Dauer und ein Unglück für die Menschheit wäre, indem sie, in ihremblödsinnigen Gleichheitstaumcl, alles was schön und erhaben auf dieser Erdeist, zerstören, und namentlich gegen Kunst und Wissenschaft ihre bildcrstür-mende Wuth auslassen würden.

Guizot ist jedoch kein Mann des starren Stillstandes, sonderndes geregeltenund gezeitigten Fortschritts, und die Zukunft wird diesem Manne die glor-reichste Gerechtigkeit widerfahren lassen. Vielleicht wird dergleichen ihm schonin der nächsten Gegenwart zu Thcil: er braucht nur das Hotel des CapucinSzu verlassen. Würde er in diesem Fall wieder seinen Gcsandtschafsposten inLondon antreten? Würde er, trotz seiner Sympathie für England, jenesneue Ministerium unterstützen,' das eine Allianz mit Rußland träumt?Es ist möglich, denn im Fall man Frankreich zum Kriege zwänge, würde