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von Gefahr, da, im Fall eines Kriegs, die Franzosen nicht bis zu ihnen Hin-überreichen könnten, eben so wenig wie sie den Engländern bcizukommen oer-möchten. Zwischen England und dem Zorn der Franzosen liegt das Meer,zwischen den letztem und den Russen liegt Deutschland; — und wir armenDeutschen, durch den Zufall der Oertlichkcit, wir hätten uns schlagen müssenfür Dinge, die uns gar nichts angehen, für nichts und wieder nichts, gleichsamfür des Kaisers Bart. — Ach, wäre es noch für den Bart eines Kaisers!
28.
Paris, den 6. Januar 18-11.
DaS junge Jahr begann wie das alte mit Musik und Tanz. In der großenOder erklingen die Melodien Donizctti'S, womit man die Zeit nothdürstigausfüllt, bis der Prophet kommt, nämlich das Mcperbecr'sche Opus diesesNamens. Vorgestern Abend debiitirte MadcinoiselleHeincfcttcr mit großem,glänzenden Erfolg. Im Odeon, dem italienischen Nachtigallcnncst, flötenschmelzender als je der alternde Nubini und die ewig junge Grisi, die singendeBlume der Schönheit. Auch die Conccrte haben schon begonnen in den riva-lisircndcn Sälen von Herz und Erard, den beiden Holzkünstlern. Wer indiesen öffentlichen Anstalten Polyhpmnia'S nicht genug Gelegenheit findet, sichzu langweilen, der kann schon in den Privatsoiröen sich nach Herzenslust auS-gähncn: eine Schaar junger Dilettanten, die zu den fürchterlichsten Hoff-nungen berechtigen, läßt sich hier hören in allen Tonarte» und auf allenmöglichen Instrumenten; Herr Orfila meckert wieder seine unbarmherzigstenRomanzen, gesungenes Nattengift. Nach der schlechten Musik wird lauwar-mes Zuckerwasscr oder gesalzenes Eis herumgereicht, und getanzt. Auch dieMaskenbälle erheben sich schon unter Pauken- und Trompctcnschall, und wiemit Verzweiflung stürzen sich die Pariser in den tosenden Strudel des Ver-gnügens. Der Deutsche trinkt, um sich von drückender Sorgenlast zu be-freien; der Franzose tanzt, den berauschenden, betäubenden Galoppwalzcr.Die Göttin des Leichtsinns möchte gern ihrem LicblingSvolke allen trüben Ernstaus der Seele hinausgaukeln, aber eS gelingt ihr nicht; in den Zwischenpau-sen der Quadrille flüstert Harlekin seinem Nachbar Picrrot ins Ohr: „Glau-ben Sie, daß wir uns dieses Frühjahr schlagen müssen ?" Selbst der Cham-pagner ist unmächtig und kann nur die Sinne benebeln, die Herzen bleibennüchtern, und manchmal, beim lustigsten Bankett, erbleichen die Gäste, derWitz stirbt auf ihren Lippen, sie werfen sich erschrockene Blicke zu—anderWand sehen sie die Worte: Mcnc, Tckel, Peres!
Die Franzosen verhehlen sich nicht das Gefahrvolle ihrer Lage, aber der