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Untersuchungen enthalten, und in Betreff der vielbesprochene» Propagandaerlaube ich mir nur eine parabolische Andeutung. Es ist Ihnen bekannt, daßin Lappland noch viel Hcidenthum herrscht, und daß die Lappen, welche zurSee gehen wollen, sich vorher, um den nothwcndigcn Fahrwind einzukaufen,zu einem Hexenmeister begeben. Dieser überliefert ihnen ein Tuch, worindrei Knoten sind. Sobald man auf dem Meere ist und den ersten Knotenöffnet, bewegt sich die Lust und es bläst ein guter Fahrwind. Ocffnct manden zweiten Knoten, so entsteht schon eine weit stärkere Lufterschüttcrung undes heult ein wüthendeS Wetter. Ocffnct man aber gar den dritten Knoten,so erhebt sich der wildeste Sturm und peitscht das rasende Meer, und dasSchiff kracht und geht unter mit Mann und Maus. Wenn der arme Lappezu seinem Hexenmeister kommt, beisteuert er freilich, er habe genug an einemeinzigen Knoten, an gutem Fahrwind, er brauche keinen stärkeren Wind undam aller wenigsten einen gefährlichen Sturm; aber es hilft ihm nichts, manverkauft ihm den Wind nur en gros, er muß für alle drei Sorten zahlen, undwehe ihm, wenn er späterhin aus dem hohen Meere zu viel Branntwein trinktund im Rausche die bedenklicheren Knoten aufknüpft! — Die Franzosen sindnicht so läppisch wie die Lappen, obgleich sie leichtsinnig genug wären, dieSturme zu cntzügeln, wodurch sie selber zu Grunde gehen müßten. Bis sehtsind sie noch weit genug davon entfernt. Wie man mir mit Bctrübniß ver-sichert, hat sich das französische Ministerium nicht sehr kauflustig gezeigt, alsihm einige preußische und polnische Windmacher (die aber keine Hexenmeistersind!) ihren Wind anboten.
19.
Paris, den 21. September 16äl>.
Ohne sonderliche Ausbeute bin ich dieser Tage von einem Streifzuge durchdie Bretagne zurückgekehrt. Ein armselig ödes Land, und die Menschendumm und schmutzig. Von den schönen Volksliedern, die ich dort zu sammelngedachte, vernahm ich keinen Laut. Dergleichen eristirt nur noch in altenSangbüchcrn, deren ich einige aufkaufte; da sie jedoch in brctonischen Dialek-ten geschrieben sind, muß ich sie mir erst ins Französische übersetzen lassen, eheich etwas davon inittheilcn kann. Das einzige Lied, was ich auf meiner Reisesingen hörte, war ein deutsches; während ich mich in Rcnncs barbircn ließ,meckerte Jemand aus der Straße den Jungfernkranz aus dem Freischütz indeutscher Sprache. Den Säuger selbst Hab' ich nicht gesehen, aber seineveilchenblaue Seide klang mir Tagelang noch im Gcdächtuiß. Es wimmelt
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