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bcer's Namen seine Opern zurMifführuug bringe, um nicht sein Amt eineslüdet' cke Lurenn an der Pest einzubüßen, da seine Vorgesetzten gewiß seinemadministrativen Eifer mißtrauen wurden, wenn sie wüßten, daß er ein träu-merischer Componist; die Philister halten praktische Funktionen für unverein-bar mit artistischer Begabniß, und der Postbeamte Gouin ist klug genug, seineAutorschaft zu verschweigen und allen Weltruhm seinem ehrgeizigen FreundMcperbeer zu überlassen. Daher die innige Verbindung beider Männer,deren Interessen sich eben so innig ergänzen. Aber ein Vater bleibt immerVater, und dem Freund Gouin liegt das Schicksal seiner Gcisteskiudcr bestän-dig am Herzen; die Details der Aufführung und des Erfolgs von Robert leDiable und den Hugenotten nehmen seine ganze Thätigkeit in Anspruch, erwohnt jeder Probe bei, er unterhandelt beständig mit dem Opcrndircktor, mitden Sängern, den Tänzern, dem Chef de Clague, den Journalisten; er läuftmit seinen Thranstiefeln ohne Lcderstrippen von Morgens bis Abends nachallen Zeitungsredactionen, um irgend ein Neclam zu Gunsten der sogenann-ten Meperbccr'schcn Opern anzubringen, und seine Unermüdlichkcit soll Jedenin Erstaunen setzen.
Als mir Spontini diese Hypothese mittheilte, gestand ich, daß sie nicht allerWahrscheinlichkeit crmangle, und daß, obgleich das vierschrötige Aenßere, dasziegelrothe Gesicht, die kurze Stirn, das schmierig schwarze Haar des erwähn-ten Herrn Gouin vielmehr an einen Ochsenzüchter oder Vichmäster, als aneinen Thnkünstler erinnere, dennoch in seinem Benehmen manches vorkomme,das ihn in den Verdacht bringe, der Autor der Mcycrbcer'schcn Opern zu sein.Es passirt ihm manchmal, daß er Robert le Diable oder die Hugenotten„unsere Oper" nennt. Es entschlüpfen ihm Redensarten wie: „wir habenheute eine RePetition" — „wir müssen eine Arie abkürzen." Auch ist essonderbar, bei keiner Vorstellung jener Opern fehlt Herr Gouin, und wirdeine Bravourarie applaudirt, vergißt er sich ganz, und verbeugt sich nach allenSeiten, als wolle er dem Publice danken. Ich gestand dieses alles demgrimmigen Italiener, aber dennoch fügte ich hinzu, trotzdem daß ich mit eigenenAugen dergleichen bemerkt, halte ich Herrn Gouin nicht für den Autor derMeyerbcer'schcn Opern; ich kann nicht glauben, daß Herr Gouin die Huge-notten und Robert le Diable geschrieben habe; ist es aber doch der Fall, somuß gewiß die Künstlercitclkeit am Ende die Oberhand gewinnen, und HerrGonin wird öffentlich die Autorschaft jener Opern für sich vindicircn.
Nein, erwiedcrte der Italiener mit einem unheimlichen Blick, der stechendwie ein blankes Stilct, dieser Gonin kennt zu gut seinen Mcpcrbccr, als daßer nicht wüßte, welche Mittel seinem schrecklichen Freunde zu Gebote stehen,um jemand zu beseitigen, der ihm gefährlich ist. Er wäre capabel, unter demVorwandc, sein armer Gouin sei verrückt geworden, denselben aus ewig in