Herr von Rothschild, der zwar nicht zur christlichen Kirche «der desto eifrigerzur christlichen Küche übergegangen und den größten Koch der Christenheit, denLiebling TalleprandS, ehemaligen Bischofs von Antun, in Dienst genommen.— So ungefähr konnte man den Sohn der Revolution reden hören, zumgrößten Aerger seiner Frau Mutter, die manchmal roth vor Zorn wird, wennsie dergleichen von dem ungcrathenen Sohne anhören muß, oder wenn sie garsieht, wie derselbe mit seinen ärgsten Feinden verkehrt, z. B. mit dem GrafenMontalcmbcrt, einem Jung-Jcsuitcn, der als das thätigste Werkzeug der ultra-montanen Rotte bekannt ist. Dieser Anführer der sogenannten Ncokatholi-ken dirigirt die Zeloten-Zeitung „l'Univcrs," ein Blatt, welches mit eben soviel Geist wie Pcrfidic geschrieben wird; auch der Graf besitzt Geist und Ta-lent, ist jedoch ein seltsames Zwitterwesen von adeligem Hochmuts? und roman-tischer Bigotteric, und diese Mischung offenbart sich am naivsten in seiner Le-gende von der heiligen Elisabeth, einer ungarischen Prinzessin, die er en pa-rentddss für seine Cousine erklärt, und die von so schrecklich christlicher Dcmuthgewesen sein soll, daß sie mit ihrer frommen Zunge den räudigsten Bettlerndie Schwären und den Grind leckte, ja daß sie vor lauter Frömmigkeit sogarihren eignen Urin soff.
Nach diesen Andeutungen begreift man jetzt sehr leicht die illiberale Sprachejener Oppositionsblätter, die zu einer andern Zeit Mord und Zcter geschrieenhätten über den im Orient neu angefachten Fanatismus, und über den Elenden,der als französischer Consul dort den Namen Frankreichs schändet.
Vor einigen Tagen hat Herr Benoit Fould auch in der Deputirtcnkammcrdas Betragen des französischen Konsuls von Damascus znr Sprache gebracht.Ich muß also zunächst den Tadel zurücknehmen, der mir in einem meiner jüng-sten Berichte gegen jene» Dcputirtcn entschlüpfte. Ich zweifelte nie an demGeist, an den VerstandcSkräften des Herrn Fould ; auch ich halte ihn für eineder größten Capazitäten der französischen Kammer; aber ich zweifelte an sei-nem Gemüthe. Wie gern lasse ich mich beschämen, wenn ich den Leuten Un-recht gethan habe und sie durch die That meinen Beschuldigungen widerspre-chen. Die Interpellation des Herrn Fould zeugte von großer Klugheit undWürde. Nur sehr wenige Blätter haben von seiner Rede Auszüge gegeben;die ministeriellen Blätter haben auch diese unterdrückt und die Thiers'schenEntgegnungen desto ausführlicher mitgetheilt. Im Moniteur habe ich siegelesen. Der Ausdruck: "laraligian ü laguollvj'ai lUronneur ck'appartenii-,"mußte einen Deutschen sehr frappiren. Die Antwort des Herrn Thiers warein Meisterstück von Perfidie: durch Ausweichen, durch Verschweigen dessen,was er wisse, durch scheinbar ängstliche Zurückhaltung, wußte er seine Gegneraufs köstlichste zu verdächtigen. Hörte man ihn reden, so konnte man amEnde wirklich glauben, das Leibgericht der Juden sei Kapuzinerfleisch. — Aber