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eben die rücksichtslose, offene Weise, womit er die Juden gegen den französi-schen Consul in Schuß nahm; — was der letztere ist, wird die Zeit lehren.
10.
Paris, den 3V. Mai 1810.
lkonjours lui! Napoleon und wieder Napoleon! Er ist das unaufhörlicheTagesgespräch, seit der Verkündigung seiner postHumen Rückkehr, und gar be-sonders seit die Kammer, in Betreff der nothwendigcn Kosten, einen so kläg-lichen Beschluß gefaßt. Letzteres war wieder eine Unbesonnenheit, die demVerwerfen der Nemours'schen Dotation an die Seite gesetzt werden darf.Die Kammer ist durch jenen Beschluß mit den Sympathien des französischenVolks in eine bedenkliche Opposition gerathen. Gott weiß, es geschah ausKlcinmuth mehr denn aus Böswilligkeit. Die Majorität in der Kammerwar im Anfang für die Translation der Napoleonischen Asche eben so begei-stert wie das übrige Volk; aber allmählig kam sie zu einer entgegengesetztenBesinnung, als sie die eventuellen Gefahren berechnete und als sie jenes be-drohliche Jauchzen der Bonapartisten vernahm, das in der That nicht sehr be-ruhigend klang. Jetzt lieh man auch den Feinden des Kaisers ein geneigteresOhr, und sowohl die eigentlichen Legitimistcn als auch die Royalisten von derlaxen Observanz benutzten diese Mißstimmung, indem sie gegen Napoleon mitihrer alten eingewurzelten Erbitterung mehr oder minder geschickt hervortraten.So gab uns namentlich die Gazette de France eine Blumenlesc von Schmä-hungen gegen Napoleon, nämlich Auszüge aus den Werken Chateaubriand's,der Frau von Staöl, Benjamin Constant's u. s. w. Unser einer, der inDeutschland an derbere Kost gewöhnt, mußte darüber lächeln. Es wäre er-götzlich, wenn man, das Feine durch das Rohe parodirend, neben jenen fran-zösischen Ercerpten eben so viele Parallclstcllcn setzte von deutschen Autorenaus der grobthllmlichcn Periode. Der „Vater Jahn" führte eine Mistgabel,womit er auf den Corscu weit wllthender zustach, als so ein Chateaubriandmit seinem leichten und funkelnden Galantcriedcgen. Chateaubriand undVater Jahn! Welche Contraste und doch welche Aehnlichkcit!
War aber Chateaubriand sehr parteiisch in seiner Beurtheilung des Kaisers,so war eS letzterer noch viel mehr durch die wegwerfende Weise, womit er sichauf Sanct-Helcna über den Pilgrim von Jerusalem aussprach. Er sagtenämlich: o'ost une ums rnmpauts ezui n, la man!« ck'sorire ckss livres.Nein, Chateaubriand ist keine niedrige Seele, sondern er ist blos ein Narr,und zwar ein trauriger Narr, während die andern heiter und kurzweilig sind.Er erinnert mich immer an den melancholischen Lustigmacher von Ludwig XIII.
Heine. VI. 21