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6 (1855) Vermischte Schriften : zweite Abtheilung
Entstehung
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einer Collecte für die Rettung seines ganzen Stammes! Es ist eine alte,klägliche, aber noch immer nicht abgenutzte Erfindung, daß man demjenigen,der zur Vertheidigung der Juden seine Stimme erhebt, die unlautersten Geld-motive zuschreibt; ich bin überzeugt, nie hat Israel Geld gegeben, wenn manihm nicht gewaltsam die Zähne ausriß, wie zur Zeit der Valois. Als ichunlängst die Ibistotrs ckss llniks von Basnagc durchblätterte, mußte ich herzlichlachen über die Naivctät, womit der Autor, welchen seine Gegner anklagten,als habe er Geld von den Juden empfangen, sich gegen solche Beschuldigungvertheidigte; ich glaube ihm aufs Wort, wenn er wehmüthig hinzusetzt: Ispsuple jnik est ls poupls Is plus inZrst (zu'il x Sit SU moncks! Hie undda freilich giebt es Beispiele, daß die Eitelkeit die verstockten Taschen der Judenzu erschließen verstand, aber dann war ihre Liberalität noch widerwärtiger alsihre Knickerei. Ein ehemaliger preußischer Lieferant, welcher, anspielend aufseinen hebräischen Namm Moses (Moses heißt nämlich auf Deutschausdem Wasser gezogen," auf Italienisch " äsl rusrs"), den dem letztern ent-sprechenden klangvolleren Namen eines Baron Dclmar angenommen hat,stiftete hier vor einiger Zeit eine Erziehungsanstalt für verarmte junge Adelige,wozu er Uber anderthalb Millionen Francs aussetzte, eine noble That, die ihmim Faubourg Saint-Gcrmain so hoch angerechnet wurde, daß dort selbst diestolzältcsten Douairieren und die schnippisch jüngste» Fräulein nicht mehr lautüber ihn spötteln. Hat dieser Edelmann aus dem Stamme David auch nureinen Pfennig beigesteuert bei einer Collecte für die Interessen der Juden?Ich möchte mich dafür verbürgen, daß ein anderer aus dem Wasser gezogenerBaron, der im edlen Faubourg den (Zontilbomme eatkvligus und großenSchriftsteller spielt, weder mit seinem Gelde noch mit seiner Feder für dieStammcSgcnossen thätig war. Hier muß ich eine Bemerkung aussprechen,die vielleicht die bitterste. Unter den getauften Juden sind viele, die aus feigerHypokrisie über Israel noch ärgere Mißrcdcn fuhren, als dessen gebornc Feinde.In derselben Weise pflegen gewisse Schriftsteller, um nicht an ihren Ursprungzu erinnern, sich über die Juden sehr schlecht oder gar nicht auszusprechen.Das ist eine bekannte, betriebsam lächerliche Erscheinung. Aber es mag nütz-lich sein, das Publikum jetzt besonders darauf aufmerksam zu machen, da nichtblos in den erwähnten norddeutschen Blättern, sondern auch in einer weitbedeutenderen Zeitung, die Insinuation zu lesen war, als flösse alles, was zuGunsten der Damasccncr Juden geschrieben worden, aus jüdischen Quellen,als sei der österreichische Consul zu Damascus ein Jude, als seien die übrigenConsuln dort, mit Ausnahme des franzosischen, lauter Juden. Wir kennendiese Taktik, wir erlebten sie bereits bei Gelegenheit des jungen Deutschlands.Nein, sämmtliche Consuln von Damascus sind Christen, und daß der öster-reichische Consul dort nicht einmal jüdischen Ursprungs ist, dafür bürgt uns