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einem tieferen Frauengcmllthe aus die Länge sehr unheimlich werden unddasselbe endlich mit Schauder und Entsetzen, bis zum Davonlaufen, erfüllenmußten.
Der Familienname der Sand ist Dupin. Sie ist die Tochter eines Man-nes von geringem Stande, dessen Mutter die berühmte, aber jetzt vergesseneTänzerin Dupin gewesen. Diese Dupin soll eine natürliche Tochter desMarschalls Moritz von Sachsen gewesen sein, welcher selber zu den vielenhundert Hurenkindern gehörte, die der Kurfürst August der Starke hinterließ.Die Mutter des Moritz von Sachsen war Aurora von Königsmark, und Au-rora Dudevant, welche nach ihrer Ahnin genannt wurde, gab ihrem Sohneebenfalls den Namen Moritz. Dieser und ihre Tochter, Solange geheißenund an den Bildhauer Clesingcr vermählt, sind die zwei einzigen Kinder vonGeorge Saud. Sie war immer eine vortreffliche Mutter, und ich habe oftstundenlang dem französischen Sprachunterricht beigewohnt, den sie ihrenKindern crtheilte, und es ist schade, daß die sämmtliche L.eack6iuis kranpaissdiesen Lektionen nicht beiwohnte, da sie gewiß davon viel profitiren konnte.
George Sand, die größte Schriftstellerin, ist zugleich eine schöne Frau.Sic ist sogar eine ausgezeichnete Schönheit. Wie der Genius, der sich inihren Werken ausspricht, ist ihr Gesicht eher schön als interessant zu nennen;das Interessanteste ist immer eine graziöse oder geistreiche Abweichung vomTpvus des Schönen, und die Züge von George Sand tragen eben das Ge-präge einer griechischen Regelmäßigkeit. Der Schnitt derselben ist jedoch nichtschroff und wird gemildert durch die Sentimentalität, die darüber wie einschmerzlicher Schleier ausgegossen. Die Stirn ist nicht hoch, und gescheiteltfällt bis zur Schulter das köstliche kastanienbraune Lockcuhaar. Ihre Augensind etwas matt, wenigstens sind sie nicht glänzend, und ihr Feuer mag wohldurch viele Thräncn erloschen oder in ihre Werke übergegangen sein, die ihreFlammenbrände über die ganze Welt verbreitet, manchen trostlosen Kerker er-leuchtet, vielleicht aber auch manchen stillen Unschuldstcmpel verderblich ent-zündet haben. Der Autor von Lelia hat stille sanfte Augen, die weder anSodom noch an Gomorrha erinnern. Sie hat weder eine emancipirte Ad-lernase, noch ein witziges Stumpfnäschen; es ist eben eine ordinaire geradeNase. Ihren Mund umspielt gewöhnlich ein gutmüthiges Lächeln, es istaber nicht sehr anziehend; die etwas hängende Unterlippe verräth ermüdeteSinnlichkeit. Das Kinn ist vollfleischig, aber doch schön gemessen. Auchihre Schultern sind schön, ja prächtig. Ebenfalls die Arme und Hände, diesehr klein, wie ihre Füße. Die Reize des Busens mögen andere Zeitgenossenbeschreiben; ich gestehe meine Inkompetenz. Ihr übriger Körperbau scheintetwas zu dick, wenigstens zu kurz zu sein. Nur der Kopf trägt den Stempelder Idealität, erinnert an die edelsten Ueberbleibsel der griechischen Kunst, undHetne. VI. 20