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6 (1855) Vermischte Schriften : zweite Abtheilung
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dem und ihre Köpfe zu schützen, während die Bourgeoisie durch die antima-trimonialen Doctrincu eines George Sand ebenfalls ihre Köpfe bedroht sieht,nämlich bedroht durch einen gewissen Hornschmuck, den ein vcrhcirathctcrBürgergardist eben so gern entbehrt, wie er gern mit dem Kreuze der Ehren-legion geziert zu werden wünscht.

Der Autor hatte sehr gut seine mißliche Stellung begriffen, und in seinemStück alles vermieden, was die adeligen Ritter der Religion und die bürger-lichen Schildknappen der Moral, die Lcgitimisten der Politik und der Ehe, inHarnisch bringen konnte; und der Vorfcchter der socialen Revolution, der inseinen Schriften das Wildeste wagte, hatte sich auf der Bühne die zahmstenSchranken gesetzt, und sein nächster Zweck war, nicht auf dem Theater seinePrinzipien zu proclamircu, sondern vom Theater Besitz zu nehmen. Daßihm dieß gelingen könne, erregte aber eine große Furcht unter gewissen kleinenLeuten, denen die angedeuteten religiösen, politischen und moralischen Diffe-renzen ganz fremd sind, und die nur den gemeinsten Handwcrks-Znteressenhuldigen. Das sind die sogenannten Bühnendichter, die in Frankreich eben sowie bei uns in Dcuschland eine ganz abgesonderte Classc bilden, und wie mitder eigentlichen Literatur selbst, so auch mit den ausgezeichneten Schriftstellern,deren die Nation sich rühmt, nichts gemein haben. Letztere, mit wenigenAusnahmen, stehen dem Theater ganz fern, nur daß bei uns die großenSchriftsteller mit vornehmer Geringschätzung sich eigenwillig von der Bretter-Welt abwenden, während sie in Frankreich sich herzlich gern darauf producirenmöchten, aber durch die Machinationen der erwähnten Bühnendichter von die-sem Terrain zurückgetrieben werden. Und im Grunde kann man es den klei-nen Leuten nicht verdenken, daß sie sich gegen die Invasion der Großen so vielals möglich wehreu. Was wollt ihr bei uns, rufen sie, bleibt in eurer Lite-ratur und drängt euch nicht zu unfern Suppcntöpfen! Für euch der Ruhm,für uns das Geld! Für euch die langen Artikel der Bewunderung, die An-erkenntniß der Geister, die höhere Kritik, die uns arme Schelme ganz ignorirt!Für euch der Lorbeer, für uns der Braten! Für euch der Rausch der Poesie,für uns der Schaum des Champagners, den wir vergnüglich schlürfen in Ge-sellschaft des Chefs der Claqueurc und der anständigsten Damen. Wir essen,trinken, werden applaudirt, ausgepfiffen und vergessen, während ihr in den Rc-vllenbeider Welten" gefeiert werdet und der erhabensten Unsterblichkeit cnt-gegcnhungert!

In der That, das Theater gewährt jenen Bühnendichtern den glänzendstenWohlstand; die meisten von ihnen werden reich, leben in Hülle und Fülle,statt daß die größten Schriftsteller Frankreichs, ruinirt durch den belgischenNachdruck und den bankerotten Zustand des Buchhandels, in trostloser Armuthdahindarben. Was ist natürlicher, als daß sie manchmal nach den goldenen