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ziehen, als die Verletzung hergebrachter Rechtsbegriffc, wie sie namentlich inder rückwirkenden Kraft der Bclagerungs-Erklärung liegt. Dcßhalb hat jeneAndrohung von kriegsgerichtlicher Strenge den Republikanern einen so supcri-curen Ton eingeflößt und ihre Gegner erscheinen dadurch jetzt so klein.
Paris, den 7. Juli.
Eine Abspannung, wie sie nach großen Aufregungen einzutreten pflegt, isthier in diesem Augenblicke bemerkbar. Ucberall graue Mißlaune, Vcrgräm-niß, Müdigkeit, aufgesperrte Mäuler, die theils gähnen, theils ohnmächtig dieZähne weisen. Der Beschluß des KassationshofcS hat unserem sonderbarenBelagerungszustände fast lustspielartig ein Ende gemacht. Es ist über dieseunvorhergesehene Katastrophe so viel gelacht worden, daß man der Regierungihren vefchltcn Coup d'Etat fast verzieh. Mit welchem Ergötzen lasen wiran den Straßenecken die Proklamation des Herrn Montalivet, worin er sichgleichsam bei den Parisern bedankt, daß sie von dem Etat-de-Siegc so wenigNotiz genommen und sich unterdessen durchaus nicht in ihren Vergnügungenstören lassen! Ich glaube nicht, daß Beaumarchais diese Aktenstücke besser ge-schrieben hätte. Wahrlich, die jetzige Regierung thut viel für die Aufheiterungdes Volks!
Zu gleicher Zeit amüsirtcn sich die Franzosen mit einem sonderbaren Puzzcl-spicl. Letzteres ist bekanntlich ein chinesischer Zeitvertreib, und man hat dabeidie Aufgabe zu lösen, daß man mit einigen schiefen und eckigen Stückchen Holzeine bestimmte Figur zusammensetzen könne. Nach den Regeln dieses Spielsbeschäftigte man sich nun in den hiesigen Salons, ein neues Ministerium zu-sammenzusetzen, und man hat keine Idee davon, welche schüfe und eckigePersonagen neben einander gestellt wurden, und wie alle diese hölzerne» Kom-binationen dennoch keine honette Gcsammtfigur bildeten. —
Uebcr Dupins Mißlichkeiten, in Betreff einer Ministcrwahl, haben die Jour-nale viel Sonderbares geschwatzt, doch immer ohne Grund. Es ist wahr, daßer mit dem König etwas hart zusammengerathcn, und sie sich beide, einmal mitwechselseitigem Unmuthc getrennt. Auch ist es wahr, daß Lord Granvilledie Veranlassung gewesen. Aber die Sache verhält sich folgendermaßen: HerrDupin hatte früher dem König Ludwig Philipp sein Wort gegeben, daß er,sobald dieser es verlange, die Präsidentur des Konseils annehmen werde. LordGranville, dem es nicht genehm ist, einen solchen bürgerlichen Mann an derSpitze der Regierung zu sehen, und der sich, im Geiste seiner Kaste, einen nob -lem Premierminister wünscht, soll gegen Ludwig Philipp einige ernsthafte Be-dcnklichkciten über die Kapazität des Herrn Dupin geäußert haben. Als derKönig solche Reden dem Herrn Dupin wieder erzählte, wurde dieser so unwirsch,gerieth in so unziemliche Aeußcrungcn, daß zwischen ihm und dem König ein