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»nd Schulden bedrängt gewesen, daß er sich nur durch den Umsturz des Vor-handenen habe helfen können. Ich will solche Absurdität nicht weiter be-sprechen; doch mußte ich sie erwähnen, weil sie eben in der letzten Zeit sich amblühendsten entfalten konnte, Mirabeau betrachtet man nämlich jetzt als deneigentlichen Repräsentanten jener ersten Phasis der Revolution, die mit derNationalversammlung beginnt und schließt. Er ist als solcher ein Volksheldgeworden, man bespricht ihn täglich, man erblickt ihn überall, gemalt undgemeißelt, man sieht ihn dargestellt auf allen französischen Theatern, in allenseinen Gestalten: arm und wild; liebend und hassend; lachend und knir-schend; ein sorglos verschuldeter Gott, dem Himmel und Erde gehörte undder kapabel war, seinen letzten Fixstern und letzten Louisd'or im Faro zu ver-spielen; ein Simson, der die Staatssäulcn niederreißt, um im stürzendenGebäude seine mahnenden Philister zu verschütten; ein Herkules, der amScheidewege sich mit beiden Damen verständigt und in den Armen des Lasterssich von den Anstrengungen der Tugend zu erholen weiß; „ein von Genieund Häßlichkeit strahlender Ariel-Kaliban," den die Prosa der Liebe ernüch-terte, wenn ihn die Prosa der Vernunft berauscht hatte; ein verklärter, an-betungswürdiger Wüstling der Freiheit; ein Zwitterwesen, das nur JülcsJanin schildern konnte.
Eben durch die moralischen Widersprüche seines Charakters und Lebens istMirabeau der eigentliche Repräsentant seiner Zeit, die ebenfalls so liederlichund erhaben, so verschuldet und reich war, die ebenfalls im Kerker sitzend dieschlüpfrigsten Romane, aber auch die edelsten Bcfrciungsbllchcr geschrieben,und die nachher obgleich belastet mit der alten Puderpcrückc und mit einemStück von der alte», infamen Kette, als Herold des neuen Weltfrühlingsauftrat, und dem erblassenden Ccrcmonienmcistcr der Vergangenheit die küh-nen Worte zurief: Nile? ckirs ll votre maZtov gns norm soinmes ioi xar Inxuissanoe ckn xenxls, et Hll'ou ns nons en arraollern <zus xnr In koroockes bnjonnsttos. Mit diesen Worten beginnt die französische Revolution;kein Bürgerlicher hätte den Muth gehabt, sie auszusprechen, die Zunge derRotllriers und Vilains war noch gebunden von dem stummen Zauber desalten Gehorsams, und eben nur im Adel, in jener übcrfrcchcn Kaste, die nie-mals wahre Ehrfurcht vor den Königen fühlte, fand die neue Zeit ihr erstesOrgan.
Ich kann nicht umhin zu erwähnen, daß man mir jüngst versichert, jeneweltberühmten Worte MirabcauS gehörten eigentlich dem Grafen Volncy, derneben ihm sitzend, sie ihm soufflirt habe. Ich glaube nicht, daß diese Sageganz grundlos erfunden sei, sie widerspricht durchaus nicht dem CharakterMirabcaus, der die Ideen seiner Freunde eben so gern wie ihr Geld borgte,»nd der drßwcgcn in vielen Memoire», namentlich in den Brissotcschcn und in