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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
Entstehung
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Vorwort

zu

A. Weill's Sitte ngemälden

aus dem

elsässischcn Volksleben.

Herr A. Weill, der Verfasser der clsässischcn Idyllen, denen wir einigeGeleitzeiicn widmen, behauptet, daß er der erste gewesen, der dieses Genre ausden deutschen Büchermarkt gebracht. Es hat mit dieser Behauptung vollkom-men seine Richtigkeit, wie uns Freunde versichern, die sich zugteich dahin aus-sprechen, als habe der erwähnte Autor nicht blos die ersten, sondern auch diebesten Dorfnovellen geschrieben. Unbekanntschaft mit den Meisterwerken derTagesschriftstcllerci jenseits des Vater Rheins, hindert uns, hierüber ein selbst-ständig eignes llrtheil zu fällen.

Dem Genre selbst, der Dorfnovellistik, möchten wir übrigens keine bedeu-tende Stellung in der Literatur anweisen, und was die Priorität der Hervor-bringung betrifft, so überschätzen wir ebenfalls nicht dieses Verdienst. DieHauptsache ist und bleibt, daß die Arbeit, die uns vorliegt, in ihrer Art gutund gelungen ist, und in dieser Beziehung zollen wir ihr das ehrlichste Lob unddie freundlichste Anerkennung.

Herr Weill ist freilich keiner jener Dichter, die mit angeborener Begabnißfür plastische Gestaltung ihre stillsinnig harmonischen Kunstgebilde schaffen,aber er besitzt dagegen in übersprudelnder Fülle eine seltene Ursprünglichkcit desFühlcnS und Denkens, ein leicht erregbares, enthusiastisches Gemüth und eineLebhaftigkeit des Geistes, die ihm im Erzählen und Schildern ganz wunderbarzu statten kommt, und seinen literarischen Erzeugnissen den Charakter einesNaturprodukts verleiht. Er ergreist das Leben in jeder momentanen Acußc-rung, er ertappt es auf der That, und er selbst ist so zu sagen ein passionirtesDagucrreotyp, das die Erschcinungswelt mehr oder minder glücklich undmanchmal, nach den Launen des Zufalls, poetisch abspiegelt. Dieses merk-

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