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würdige Talent, »der besser gesagt, dieses Naturell, bekundet sich auch in denübrigen Schriften des Herrn Weill, namentlich in seinem jüngsten Ge-schichtsbuche über den Bauernkrieg und in seinen sehr interessanten, sehr pikan-ten und sehr tumultuarischcn Aussahen, wo er für die große Sache unsererGegmwart auf's löblich Tollste Partei ergreift. Hier zeigt sich unser Autormit allen seinen sozialen Tugenden und ästhetischen Gebrechen; hier sehen wirihn in feiner »ollen agitatorischen Pracht und Lückenhaftigkeit. Hier ist erganz der zerrissene, europamiide Sohn der Bewegung, der die Unbchagnisseund Ekelthnmcr unserer heutigen Wcltordnmrg nicht mehr zu ertragen weiß,und hinausgaloppirt in die Zukunft, auf dem Rücken einer Idee....
Ja, solche Menschen sind nicht allein die Träger einer Idee, sondern sie werdenselbst davpn getragen, und zwar als gezwungene Reiter ohne Sattel und Zaum:sie sind gleichsam mit ihrem nackten Leibe festgebunden an die Idee wie Mazeppaan seinem wilden Rosse aus den bekannten Bildern des Horaz Vcrnet — siewerden davon fortgeschleift, durch alle fürchterliche Konsequenzen, durch alleSteppen und Einöden, über Stock und Stein—das Dornengcstrüpp zerfleischtihre Glieder —die Waldesbestien schnappen nach ihnen im Vorübsrjagen —ihre Wunden bluten — Wo werden sie zuletzt anlangen? Unter dänischen Ko-sacken, wie auf dem Vernet'schen Bilde? Oder an dem Goldgitter der glück-seligen Gärten, wo da wandeln jene Götter ....
Wer sind jene Götter?
Ich weiß nicht, wie sie heißen, jedoch die großen Dichter und Weisen allerJahrhunderte haben sie längst verkündigt. Sie sind jetzt noch gchcimnißvollverhüllt ; aber in ahnenden Träumen wage ich es zuweilen, ihren Schleier zulüften, und dann erblicke ich . . . Ich kann es nicht aussprechen, denn bei die-sem Anblick durchzuckt mich immer ein stolzer Schreck und er lähmt meineZunge. Ach! ich bin ja noch ein Kind der Vergangenhrit, ich bin noch nichtgehellt von jener knechtischen Dcmuth, jener knirschenden Sclbstverachtung,woran das Menschengeschlecht seit anderthalb Jahrtausende» siechte, und diewir mit der abergläubischen Muttermilch eingesogen ... Ich darf nicht aus-sagen, was ich geschaut . . . Aber unsere gesünderen Nachkommen werden infreudigster Ruhe ihre Göttlichkeit betrachten, bekennen und behaupten. Siewerden die Krankheit ihrer Väter kaum begreifen können. Es wird ihnen wieein Mährchen klingen, wenn sie hören, daß weiland die Menschen sich alle Ge-nüsse dieser Erde versagten, ihren Leib kasteiten und ihren Geist verdumpften,Mädchenblüthen und Jüngliugsstolz abschlachteten, beständig logen und grein-ten, das abgeschmackteste Elend duldeten .. . ich brauche wohl nicht zu sagenWem zu Gefallen !
In der That, unsere Enkel werden ein Ammcnmährchen zu vernehmenmeinen, wenn man ihnen erzählt, was wir geglaubt und gelitten! Und sie