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ihre Kleider. Wenn in ihrem Geiste just kein herrschender Gedanke steht, sozeigt sich das Nllererfrcnlichste, das Interregnum des Gcmiiths. Und diesesist bei den Frauen am reinsten und am stärksten, und führt sie sicherer als dieLcrstandes-AbstraktionS-Laternen, die uns Männer so oft irre leite». Glau-ben Sie nicht etwa, ich wollte hier den ü.ckvooatus ckiabvll spielen, und dieWeiber noch obendrein preisen wegen jenes Charakter-Mangels, den unsc.reGelbschnäbel und Granschnäbel — die Einen durch Amor, die Andern durchHpmcn maltraitirt — mit so vielen Stoßseufzern beklagen. Auch müssen Siebemerken, daß, bei diesem allgemeinen Ausspruch über die Weiber, die Po-linnen hauptsächlich gemeint sind, und die deutschen Frauen so halb und halbausgenommen werden. Das ganze deutsche Volk hat, durch seinen angebo-renen Tiefsinn, ganz besondere Anlage zu einem festen Charakter, und auchden Frauen hat sich ein Anflug davon mitgetheilt, der durch die Zeit sich immermehr und mehr verdichtet, so daß man bei ältlichen deutschen Damen, sogarbei den Frauen aus dem Mittelalter, d. h. bei Vierzigerinnen, eine ziemlichdicke, schuppige Charakterhornhaut vorfindet. Unendlich verschieden sind diePolinnen von den deutschen Frauen. Das slavische Wesen überhaupt, unddie polnische Sitte insbesondere, mag dieses hervorgebracht haben. In Hin-sicht der Liebenswürdigkeit will ich die Polin nicht über die Deutsche erheben;sie sind nicht zu vergleichen. Wer will eine Venns von Titian über eineMaria von Correggio setzen? In einem sonnenhellen Blnmenthale würde ichmir eine Polin zur Begleiterin wählen; in einem mondbeleuchteten Linden -gartcn wählte ich eine Deutsche. Zu einer Reise durch Spanien, Frankreichund Italien wünschte ich eine Polin zur Begleiterin; zu einer Reise durchdas Leben wünschte ich eine Deutsche. Muster von Häuslichkeit, Kinder-Erziehung, frommer Dcmuth und allen jenen stillen Tugenden der deutschenFrauen wird man wenige unter den Polinnen finden. Jene Haus-Tugendenfinden sich aber auch bei uns meistens nur im Bürgcrstandc, und einem Theiledes Adels, der sich in Sitten und Ansprüchen dem Bürgerstande angeschlossen.Bei dem übrigen Theile des deutschen Adels werden oft jene Haus-Tugendenin höherem Grade und aus eine weit empfindlichere Weise vermißt, als beiden Frauen des polnischen Adels. Ja, bei diesen ist es doch nie der Fall, daßauf diesen Mangel sogar ein Werth gelegt wird, daß man sich etwas daraufeinbildet; wie von so manchen deutschen adlichen Damen geschieht, die nichtGeld- oder Geisteskraft genug besitzen, um sich über den Bürgerstand zu er-heben, und die sich wenigstens durch Verachtung bürgerlicher Tugenden undBeibehaltung nichtSkostendcr altadlicher Gebrechen auszuzeichnen suchen. Auchdie Frauen der Polen sind nicht ahncnstolz, und es fällt keinem polnischenFräulein ein, sich etwas darauf einzubilden, daß vor einigen hundert Jahrenihr wcgelagcrnder Ahnherr, der Raubritter, der verdienten Strafe — entgan-
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