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Wo dieser Stern nicht leuchtet, da ist es Nacht, und wenn auch alle Lichterder Encpklopädie ihr Brillantfcucr umhcrspriihcn. — Wenn Vaterland daserste Wort des Polen ist, so ist Freiheit das zweite. Ein schönes Wort! Nächstder Liebe gewiß das schönste. Aber es ist auch nächst der Liebe das Wort, dasam meisten mißverstanden wird, und ganz entgegen gesetzten Dingen zur Be-zeichnung dienen muß. Hier ist das der Fall. Die Freiheit der meisten Po-len ist nicht die göttliche, die washingtonschc; nur ein geringer Thcil, nur Män-ner wie KoSziusko haben letztere begriffen und zu verbreiten gesucht. Vielezwar sprechen enthusiastisch von dieser Freiheit, aber sie machen keine Anstaltihre Bauern zu emanzipiren. Das Wort Freiheit, das so schön und volltö-nend in der polnischen Geschichte durchklingt, war nur der Wahlspruch desAdels, der dem Könige so viel Rechte als möglich abzuzwängcn suchte, um seineeigne Macht zu vergrößern, und auf solche Weise die Anarchie hervorzurufen,v'etoit tont oomms alle?. nous, wo ebenfalls deutsche Freiheit einst nichtsanders hieß, als den Kaiser zum Bettler machen, damit der Adel desto reichli-cher schlemmen und desto willkührlicher herrschen konnte; und ein Reich mußteuntergehen, dessen Voigt auf seinem Stuhle festgebunden war, und endlichnur ein Holzschwcrdt in der Hand trug. In der That, die polnische Geschichteist die Miniaturgcschichte Deutschlands; nur daß in Polen die Großen sichvom RcichS-Obcrhaupte nicht so ganz losgerissen und selbstständig gemachthatten, wie bei uns, und daß durch die deutsche Bedächtigkeit doch immer einigeOrdnung in die Anarchie hincingclangsamt wurde. Hätte Luther, der MannGottes und Katharinas, vor einem Krakauer Reichstage gestanden, so hätteman ihn sicher nicht so ruhig, wie in Augsburg, aussprechen lassen. JenerGrundsatz von der stürmischen Freiheit, die besser sein mag, als ruhige Knecht-schaft, hat dennoch, trotz seiner Herrlichkeit, die Polen ins Verderben gestürzt.Aber cS ist auch erstaunlich, wenn man sieht, welche Macht schon das bloßeWort Freiheit auf ihre Gcmüthcr ausübt; sie glühen und flammen, wenn siehören, daß irgend für die Freiheit gestritten wird; ihre Augen schauen leuch-tend nach Griechenland und Südamerika. In Polen selbst aber wird, wie ichschon oben gesagt, unter Niederdrllckung der Freiheit bloß die Beschränkungder Adclsrechte verstanden, oder gar die allmählige Ausgleichung der Stände.Wir wissen das besser; die Freiheiten müssen untergehen, wo die allgemeinegesetzliche Freiheit gedeihen soll.
Jetzt aber knien Sie nieder, oder wenigstens ziehen Sie den Hut ab — ichspreche von Polens Weibern. Mein Geist schweift an den Ufern des Ganges,und sucht die zartesten und lieblichsten Blumen, um sie damit zu vergleichen.Aber was sind gegen diese Holden alle Reize der Mallika, der Kuwalaya,der Oschaddi, der Nagakesarblllthen, der heiligen Lotosblumen, und wie siealle heißen mögen—Kamalata, Pcdma, Kamala, Tamala, Sirischa, u. s. w.