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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
Entstehung
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gleicht einer stolze» Hofdame in aufgebauschtem Seidenkleid, mit langer rau-schender Schleppe. Aber die Grazien, als Pagen verkleidet, tragen lächelndeinen Zipfel dieser Schleppe: die langen Perioden schließen mit den anmu-thigstcn Wendungen.

Den Charakter der Sprache Don Quipote's und Sancho Pau-sa ' s rcsumircn wir in den Worten: der Erstcre, wenn er redet, scheint im-mer auf einem hohen Pferde zu sitzen, der Andere spricht, als säße er aufseinem niedrigen Esel.

Mir bliebe noch übrig, von den Illustrationen zu sprechen, womit die Ver-lagshandlung diese neue Uebersetzung des Don Quirote, die ich hierbevorworte, ausgeschmückt hat. Diese Ausgabe ist das erste der schönen Lite-ratur angchörigc Buch, das in Deutschland auf diese Weise verziert an's Lichttritt. In England und namentlich in Frankreich sind dergleichen Illustra-tionen an der Tagesordnung und finden einen fast enthusiastischen Beifall.Deutsche Gewissenhaftigkeit und Gründlichkeit wird aber gewiß die Frage aus-werfen: Sind den Interessen wahrer Kunst dergleichen Illustrationen förder-lich? Ich glaube nicht. Zwar zeigen sie, wie die geistreich und leicht schaffendeHand eines Malers die Gestalten des Dichters auffaßt und wiedergiebt; siebieten auch für die etwaige Ermüdung durch die Lccture eine angenehme Un-terbrechung; aber sie sind ein Zeichen mehr, wie die Kunst, hcrabgczerrt vondem Picdcstalc ihrer Selbstständigkeit, zur Dienerin des Luxus entwürdigtwird. Und dann ist hier für den Künstler nicht blos die Gelegenheit undVerführung, sondern sogar die Verpflichtung, seinen Gegenstand nur flüchtigzu berühren, ihn bei Leibe nicht zu erschöpfen. Die Holzschnitte in altenBüchern dienten andere» Zwecken und können mit diesen Illustrationen nichtverglichen werden.

Die Illustrationen der vorliegenden Ausgabe sind, nach Zeichnungen vonTony Iohannot, von den ersten Holzschneidern Englands und Frank-reichs geschnitten. Sic sind, wie es schon Tony Johann ots Nameverbürgt, eben so elegant als charakteristisch aufgefaßt und gezeichnet; trotz derFlüchtigkeit der Behandlung sieht man, wie der Künstler in den Geist desDichters eingedrungen ist. Sehr geistreich und phantastisch sind die Initialenund Culs-de-Lampe erfunden, und gewiß mit tiefsinnig poetischer Intentionhat der Künstler zu den Verzierungen meistens morcske Dessins gewählt.Sehen wir ja doch die Erinnerung an die heitere Maurcnzcit wie einen schö-nen fernen Hintergrund überall im Don Quixotc hervorschimmern.Tony Johannot, einer der vortrefflichsten und bedeutendsten Künstler inParis, ist ein Deutscher von Geburt.

Auffallend ist es, daß ein Buch, welches so reich an pittoreskem Stoff, wieder D on Quixote, noch keinen Maler gefunden hat, der daraus Sujets