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So geht's fort. Mein Kops dröhnt. Ich kann's nicht aushalten, eile ausdem Hanse und werfe mich mit meinem Aergcr in eine Droschke. Gut, daßich durch das Rädergerasscl nicht singen höre. Bei **"li steig' ich ab. Ist'sFräulein zu sprechen? Der Diener läuft. Ja. Die Thüre fliegt auf. DieHolde sitzt am Pianoforte, und empfängt mich mit einem süßen!
„Wo bleibt der schmucke Frcicrsmann,
Ich kann ihn kaum erwarten." —
Sie singen wie ein Engel! rief ich mit krampfhafter Freundlichkeit. „Ichwill noch einmal von vorne anfangen," lispelte die Gütige, und sie windetwieder ihren Jungfernkranz, und windet, und windet, bis ich selbst vor unsäg-lichen Qualen wie ein Wurm mich winde, bis ich vor Seelenangst ausrufe!„Hilf Samiel!"
Sie müssen wissen, so heißt der böse Feind im Freischützen; der JägerKaspar, der sich ihm ergeben hat, ruft in jeder Noth: „Hilf Samiel;" es wurdehier Mode, in komischer Bedrängniß diesen Ausruf zu gebrauchen, undBouchSr, der sich den Sokrates der Violinisten nennt, hat einst sogar im Con-ccrte, als ihm eine Violinsaite sprang, laut ausgerufen; Hilf Samiel!
Und Samiel Hilst. Die bestürzte Donna hält plötzlich ein mit dem rädern-den Gesänge, und lispelte: Was fehlt Ihnen? „Es ist pures Entzücken,"ächze ich mit sorcirtcm Lächeln. Sie sind krank, lispelte sie, gehen Sie nachden; Thiergarten, genießen Sie das scheue Wetter und beschauen Sie die schcneWelt. Ich greife nach Hut und Stock, küsse der Gnädigen die gnädige Hand,werfe ihr noch einen schmachtenden Passionsblick zu, stürze zur Thür hinaus,steige wieder in die erste beste Droschke, und rolle nach dem BrandenburgerThore. Ich steige aus und laufe hinein in den Thiergarten.
Ich rathe Ihnen, wenn Sie hierher kommen, so versäumen Sic nicht, ansolchen schönen VorfrühlingStagen, um diese Zeit, um halb eins, in den Thier-garten zu gehen. Gehen Sie links hinein, und eilen Sic nach der Gegend,wo unserer seligen Louise von den Einwohnerinnen des Thiergartens ein klei-nes, einfaches Monument gesetzt ist. Dort pflegt unser König oft spazieren zugehen. Es ist eine schöne, edle, ehrfurchtgcbietende Gestalt, die allen äußerenPrunk verschmäht. Er trägt fast immer einen scheinlos grauen Mantel, undeinem Tölpel habe ich weiß gemacht: der König müsse sich oft mit dieser Klei-dung etwas behclfen, weil sein Garderobcmcister außer Landes wohnt und nurselten nach Berlin kömmt. Die schönen Königskinder sieht man ebenfalls zudieser Zeit im Thiergarten, so wie auch den ganzen Hof und die allernobelstcNoblesse. Die fremdartigen Gesichter sind Familien auswärtiger Gesandten.Ein oder zwei Livrccbedicntc folgen den edeln Damen in einiger Entfernung.Officiere auf den schönsten Pferden galoppiren vorbei. Ich habe selten schö-