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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
Entstehung
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1.

Berlin, den 1. März 1822.

Haben Sie noch nicht Maria von Wcber'sFreischütz" gehört? Nein!Unglücklicher Mann! Aber haben Sie nicht wenigstens aus dieser OperdasLied der Brautjungfern" oderden Jungfernkranz" gehört? Nein! Glück-licher Mann!

Wenn Sie vom Hallischen- nach dem Oranicnburger-Thore, und vomBrandenburger- nach dem Königs-Thore, ja selbst, wenn sie vom Unterbau?»nach dem Köpniker-Thorc gehen, hören sie jetzt immer und ewig dieselbe Me-lodie, das Lied aller Liederden Jungfcrnkranz."

Wie man in den Goethe'schen Elegien den armen Britten von dem "lUarl-dorongll s'su vu-t-eu gnerre" durch alle Länder verfolgt sieht, so werde auchich von Morgens früh bis spät in die Nacht verfolgt durch das Lied!

Wir winden dir den JungfernkranzMit veilchenblauer Seide;

Wir führen dich zu Spiel und Tanz,

Zur Lust und Hochzeitsreudc.

Chor:

Schöner, schöner, schöner, grüner Jungsernkranz,

Mit veilchenblauer Seide, mit veilchenblauer Seide!

Lavendel, Mprth' und Thymian,

Das wächst in meinem Garten;

Wie lange bleibt der Freiersmann,

Ich kann ihn kann: erwarten!

Chor:

Schöner, schöner, schöner, n. s. w.

Bin ich mit noch so guter Laune des Morgens aufgestanden, so wird dochgleich alle meine Heiterkeit fortgcärgert, wenn schon früh die Schuljugend, denJungfernkranz" zwitschernd, meinen: Fenster vorbeizieht. Es dauert keineStunde, und die Tochter meiner Wirthin steht ans mit ihremJungfcrn-kranz." Ich höre meinen Barbierden Jungfcrnkranz" die Treppe herauf-singen. Die kleine Wäscherin kommtmitLavendel, Myrth' und Thymian."

Heine. V. Mg) M