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So frisch noch sind; und allen meinen Freunden,Die du zu deinen Freunden machen mußt,
Sind Zahn' und Stachel kürzlich nun entnommen,Die durch gewaltsam Thun mich erst befördert,lind deren Macht wohl Furcht erregen konnteVor neuer Absetzung; was zu vermeidenIch sie verdarb, und nun des Sinnes war.Zum heil'gcn Lande Viele fortzuführen,
Daß Ruh' und Stillclicgcn nicht zu nah'
Mein Reich sie prüfen ließ. Drum, mein Sohn,Bcschäft'gc stets die schwindlichten GcmüthcrMit fremdem Zwist, daß wirken in der FernDas Angedenken vor'ger Tage banne.
Mehr wollt' ich, doch die Lung ist so erschöpft,Daß kräft'ge Rede gänzlich mir versagt ist.
Wie ich zur Krone kam, o Gott vergebe!
Daß sie bei dir in wahrem Frieden lebe!
Lady Anna.
(Kenlz Richard III.)
Tic Gunst der Frauen, wie das Glück überhaupt, ist ei» freies Geschenk,man empfängt es, ohne zu wissen wie, ohne zu wissen warum. Aber es gicbtMenschen, die cS mit eisernem Willen vom Schicksal zu ertrotzen verstehen,und diese gelangen znm Ziele, entweder durch Schmeichelei, oder indem sie denWeibern Schrecken einflößen, oder indem stc ihr Mitleiden anregen, oder in-dem sie ihnen Gelegenheit geben, sich aufzuopfern . . . Letzteres, nämlich dasGcopfcrt-scin, ist die Lieblingsrollc der Weiber, und kleidet stc so schön vorden Leuten, und gewährt ihnen auch in der Einsamkeit so viel thräncnrcicheWchmuthsgenüsse.
Lady Anna wird durch alles dieses zu gleicher Zeit bezwungen. Wie Honig-seim gleiten die Schmcichelwortc von den furchtbaren Lippen . . . Richardschmeichelt ihr, derselbe Richard, welcher ihr alle Schrecken der Hölle einflößt,welcher ihren geliebten Gemahl und den väterlichen Freund gctödtet, den sieeben zu Grabe bestattet ... Er befiehlt den Lcichcnträgcrn mit herrischerStimme den Sarg nieder zu setzen, und in diesem Momente richtet er seineLiebeSwcrbung an die schöne Leidtragende . . . Das Lamm sieht schon mitEntsetzen das Zähncslctschcn des Wolfes, aber dieser spitzt plötzlich die Schnautze