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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
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reich, in Italien, in Spanien, in den schönen Ländern des Südens, zeigen sichdie Engländer eben so gefräßig wie tapfer. Das ist Herkules der Ochscnvcr-schlingcr. Sic kommen, im wahren Sinne des Wortes, nm das Land auf-zufressen. Ader das Land übt Wiedcrvcrgcltung, und besiegt sie durch seineFrüchte und Weine. Ihre Fürsten und Armeen übernehmen sich in Splißund Trank, und sterben an Indigestionen und Dpsscntrie."

Mit diesen gedungenen Fraßhelden vergleiche man die Franzosen, das mä-ßigste Volk, das weniger durch seine Weine berauscht wird, als vielmehr durchseinen angcbvrncn Enthusiasmus. Letzterer war immer die Ursache ihrerMißgeschicke, und so sehen wir schon in der Mitte des vierzehnten Jahrhun-derts, wie sie im Kampfe mit den Engländern eben durch ihr Ucbcrmaß vonRitterlichkeit unterliegen mußten. Das was bei Crccp, wo die Franzosenschöner erschauen durch ihre Niederlage, als die Engländer durch ihren Sieg,den sie in unrittcrlichcr Weise, durch Fußvolk erfochten . . . Bisher war derKrieg nur ein großes Turnier von ebenbürtigen Reitern; aber bei Crccp wirddiese romantische Cavnleric, diese Poesie, schmählig niedergeschossen von dermodernen Infanterie, von der Prosa in strcngstilisirtcr Schlachtordnung, ja,hier kommen sogar die Kanonen zum Borschein . . . Der greise Böhmen-könig, welcher, blind und alt, als ein Vasall Frankreichs dieser Schlacht bei-wohnte, merkte wohl, daß eine neue Zeit beginne, daß es mit dem Nittcrthumzu Ende sei, daß künftig der Mann zu Roß von dem Mann zu Fuß über-wältigt werde, und er sprach zu seinen Rittern:Ich bitte euch angelegentlichst,führt mich so weit ins Treffen hinein, daß ich noch einmal mit einen, gutenSchwertstreich dreinschlagen kann!" Sic gehorchten ihm, banden ihre Pferdean das seinige, jagten mit ihm in das wildeste Getümmel, und des andernMorgens fand man sie alle todt auf den Rücken ihrer todtcn Pferde, welchenoch immer zusammen gebunden waren. Wie dieser BLHmcnkönig und seineRitter, so fielen die Franzosen bei Crecp, bci Poiticrs; sie starben, aber zuPferde. Für England war der Sieg, für Frankreich war der Ruhm. Ja,sogar durch ihre Niederlagen wissen die Franzosen ihre Gegner in den Schat-ten zu stellen. Die Triumphe der Engländer sind immer eine Schande derMenschheit, seit den Tagen von Crccp und PoiticrS, bis auf Waterloo. Clioist immer ein Weib, trotz ihrer parthcilosen Kälte, ist sie empfindlich für Rit-terlichkeit und Hcldcusin»; und ich bin überzeugt, nur mit knirschendem Her-zen verzeichnet sie in ihre Tcnktafcln die Siege der Engländer.