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Margaretha.
Du sprichst nicht: was für Lösung muß ich zahlen?
Sussotü sbciseit).
Ja, sie ist schön, drum muß man um sie werben;
Sie ist ein Weib, drum kann man sie gewinnen.
Er findet endlich das beste Mittel die Gefangene zu behalten, indem er sieseinem Könige anvermählt, und zugleich ihr öffentlicher Untcrthan und ihrheimlicher Liebhaber wird.
Ist dieses Bcrhältniß zwischen Margarethen und Suffolk in der Geschichtebegründet? Ich weiß nicht. Aber Shakespcare's divinatorischcs Auge siehtoft Dinge, wovon die Chronik nichts meldet, und die dennoch wahr sind. Erkennt sogar jene flüchtigen Träume der Vergangenheit, die Clio aufzuzeichnenvergaß. Bleiben vielleicht auf dem Schauplatz der Begebenheiten allerlei bunteAbbilder derselben zurück, die nicht wie gewöhnliche Schatten mit den wirk-lichen Erscheinungen verschwinden, sondern gespenstisch haften bleiben am Bo-den, unbemerkt von den gewöhnlichen Werkcltagsmcnschen, die ahnungslosdarüber hin ihre Geschäfte treiben, aber manchmal ganz Farben- und Formen-bestimmt sichtbar werdend, für das sehende Auge jener Sonntagskinder, diewir Dichter nennen?
Königin Margaretha.
(Heinrich VI., zweiter und dritter Theil.)
In diesem Bildniß sehen wir dieselbe Margaretha als Königin, als Gemah-lin des sechsten Heinrichs. Die Knospe hat sich entfaltet, sie ist jetzt eine voll-blühende Rose; aber ein widerlicher Wurm liegt darin verborgen. Sie istei» hartes, frevelhaftes Weib geworden. Beispiellos grausam in der wirkli-chen wie in der gedichteten Welt ist die Scene, wo sie dem weinenden Jorkdas gräßliche, in dem Blute seines Sohnes getauchte Tuch überreicht, und ihnverhöhnt, daß er seine Thräneu damit trocknen möge. Entsetzlich sind ihreWorte:
Sieh', Jork! dieß Tuch befleckt' ich mit dem Blut,
Das mit geschärftem Stahl der tapfre CliffordHervor ließ strömen aus des Knaben Busen;
Und kann dein Aug' um seinen Tod sich feuchten.
So geb' ich dir's, die Wangen abzutrocknen.
Ach, armer Jork! haßt' ich nicht tödtlich dich.
So wllrd' ich deinen Jammerstand beklagen.