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sie übt dergleichen mehr mechanisch aus angcborner oder angewöhnter Unart...aber in der Tiefe ihrer Seele wohnt die unwandelbarste Liebe für Antonius,sie weiß es selbst nicht, daß diese Liebe so stark ist, sie glaubt manchmal dieseLiebe uberwinden oder gar mit ihr spielen zu können, »nd sie irrt sich, unddieser Jrrthum wird ihr erst recht klar in dem Augenblick, wo sie den geliebtenMann auf immer verliert, und ihr Schmerz in die erhabenen Worte aus-bricht;
Ich träumt'; es gab einst einen Feldhcrrn MarkAnton! — O einen zweiten, gleichen Schlaf,
Um noch einmal solch einen Mann zu sehn!
Sein GesichtWar wie des Himmels Antlitz. D'rinncn standDie Sonn' und auch ein Mond und liefen um.Und leuchteten der Erde kleinem O.
Seine Füße
Beschritten Occanc; sein cmpor-Gestreckter Arm umsauste eine Welt;
Der Harmonie der Sphären glich die Stimme,
Wenn sie den Freunden tönte; wenn er meint'
Den Erdkreis zu bezähmen, zu erschüttern,
Wie Donner rasselnd. Seine Güte kannteDen Winter nie; sie war ein Herbst, der stetsDurch Ernten reicher ward. Delphinen gleichWar sein Ergötzen, die den Rücken obDem Elemente zeigen, das sie hegt.
Es wandelten in seiner LivereiDer Königs- und der Fürstenkronen vielUnd Königreich und Inseln fielen ihmWie Münzen aus der Tasche.
Diese Cleopatra ist ein Weib. Sie liebt und verräth zu gleicher Zeit. Esist ein Jrrthum zu glauben, daß die Weiber, wenn sie uns »errathen, auchausgehört haben uns zu lieben. Sie folgen nur ihrer angeborncn Natur;und wenn sie auch nicht den verbotenen Kelch leeren wollen, so möchten sie dochmanchmal ein bischen nippen, an dem Rande lecken, um wenigstens zu kosten,wie Gift schmeckt. Nächst Shakespeare, in vorliegender Tragödie, hat diesesPhänomen niemand so gut geschildert wie unser alter Abbe Prevost in seinemRomane „Manon de LeScot." Die Jntuizion des größten Dichters stimmthier überein mit der nüchternen Beobachtung des kühlsten Prosaikers.