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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
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um im Schiffbruche seines Glücks ihre eigenen Güter zu reiten, oder garnoch einige größere Vortheile zu erfischen . . . Sic treibt ihn in Verzweiflungund Tod durch Arglist und Lüge. . . Und dennoch bis zum letzten Augen-blicke liebt er sie mit ganzem Herzen; ja, nach jedem Verrath, den sie an ihmübte, entlodert seine Liebe um so flammender. Er flucht freilich über ihrejedesmalige Tücke, er kennt alle ihre Gebrechen, und in den rohesten Schimpf-reden entladet sich seine bessere Einsicht, und er sagt ihr die bittersten Wahr-heiten :

Ehe ich dich kannte, warst du halb verwelkt!

Ha! ließ ich deßhalb »»gedrückt in RomMein Kissen; gab darum die Zeugung aufRechtmäßiger Kinder und von einem KleinodDer Frauen, um von der getäuscht zu seinDie gern sieht, daß sie Andre unterhalten?

Du warst von jeher eine Heuchlerin.

Doch werden wir in Missethaten hart.

Dann, o des Unglücks! schließen weise Götter

Die Augen uns; in unfern eigenen Koth

Versenken sie das klare Urtheil; machen,

Daß wir anbeten unsern Wahn und lachen,

Wenn wir hinstolpern ins Verderben.

Als kalten Bissen aufDes tobten Casars Schüssel fand ich dich;

Du warst ein Ueberbleibsel schon des CnejusPompejus; andrer heißer Stunden nichtZu denken, die vom allgemeinen RufNicht aufgezeichnet, du wollüstig dirErhaschtest.

Aber wie jener Speer des Achilles, welcher die Wunden, die er schlug, wie-der heilen konnte, so kann der Mund des Liebenden mit seinen Küssen auchdie todtlichstc» Stiche wieder heilen, womit sein scharfes Wort das GemüthdcS Geliebten verletzt hat. . . Und nach jeder Schändlichkeit, welche die alteNilschlange gegen den römischen Wolf ausübte, und nach jeder Schimpfrcde,die dieser darüber losheulte, züngeln sie beide mit einander um so zärtlicher;noch im Sterben drückt er auf ihre Lippen von so vielen Küssen noch den letz-ten Kuß. . .

Aber auch sie, die ägyptische Schlange, wie liebt sie ihren römischen Wolf!Ihre Verräthcrcicn sind nur äußerliche Windungen der bösen Wurmnatur,