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auch bei jenen, gilt Kriegskunst und Beredsamkeit als die besten Hlllfsmittclkünstiger Auctoritas. Wie bei den Römern, so auch bei den Engländern, istdie Tradizion des RegicrenS und des AdministrirenS das Erbtheil der edlenGeschlechter; und dadurch werden die englischen Tories vielleicht eben so langeunentbehrlich sein, ja sich eben so lange in Macht erhalten, wie die seuatori-schen Familien des alten Roms.
Nichts aber ist dem heutigen Zustand in England so ähnlich, wie jeneStimmenbewerbung, die wir im Coriolan geschildert sehen. Mit welchemverbissenen Grimm, mit welcher höhnischen Ironie bettelt der römische Torieum die Wahlstimmen der guten Bürger, die er in der Seele so tief verachtet,deren Zustimmung ihm aber so unentbehrlich ist, um Consul zu werden! Nurdaß die meisten englischen Lords, die, statt in Schlachten, nur in Fuchsjagdenihre Wunden erworben haben, und sich von ihren Müttern in der Verstel-lungskunst besser unterrichten lassen, bei den heutigen Parlamcntswahlen ihrenGrimm und Hohn nicht so zur Schau tragen, wie der starre Coriolau.
Wie immer, hat Shakespeare auch in dem vorliegenden Drama die höchsteUnpartheilichkeit ausgeübt. Der Aristokrat hat hier Recht, wenn er seineplebejischen Stimmherrn verachtet; denn er fühlt, daß er selber tapferer imKriege war, was bei den Römern als höchste Tugend galt. Die armenStimmherrn, das Volk, haben indessen ebenfalls Recht, sich ihm, trotz dieserTrrgend, zu widersetzen; denn er hat nicht undeutlich geäußert, daß er, alsConsul, die Brodvertheilnngen abschaffen wolle. „Das Brod ist aber daserste Recht des Volks."
Po r t i a.
(Julius Cäsar.)
Der Hauptgrund von Cäsar's Popularität war die Großmuth, womit erdas Volk behandelte, und seine Freigebigkeit. Das Volk ahnte in ihm denBegründer jener besseren Tage, die es unter seinen Nachkommen, den Kaisern,erleben sollte; denn diese gewährten dem Volke sein erstes Recht: sie gabenihm sein tägliches Brod. Gern verzeihen wir den Kaisern die blutigste Will-kühr, womit sie einige hundert patrizische Familien behandelten und die Pri-vilegien derselben verspotteten; wir erkennen in ihnen, und mit Dank, dieZerstörer jener Adelsherrschaft, welche dem Volk für die härtesten Dienste nurkärglichen Lohn bewilligte; wir preisen sie als weltliche Heilande, die, ernie-drigend die Hohen und erhöhend die Niedrigen, eine bürgerliche Gleichheit ein-führten. Mag immerhin der Advokat der Vergangenheit, der Patrizier Ta-