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lassen. Man sagt mir, er besinge nicht blos Maikäfer, sondern sogar Lerchenund Wachteln, was gewiß sehr löblich ist. Lerchen und Wachteln sind wahr-haftig Werth, daß man sie besinge, nämlich wenn sie gebraten sind, lieberden Charakter und respektivcn Werth der "Aschen Dichtungen kann ich, solange sie noch nicht zur äußeren Erscheinung gekommen sind, gar kein Urtheilfällen, eben so wenig wie über die Meisterwerke so vieler anderen großenUnbekannten der schwäbischen Schule.
Die schwäbische Schule hat wohl gefühlt, daß es ihrem Ansehen nichtschaden würde, wenn sie neben ihren großen Unbekannten, die uns nur ver-mittels eines Hpdro-Gasmikroskops sichtbar werden, auch einige kleine Be-kannte, einige Renommee», die nicht blos in der umfriedeten Heimlichkeitschwäbischer Gauen, sondern auch im übrigen Deutschland einige Geltungerworben, zu den ihrigen zählen könnte. Sie schrieben daher an den KönigLudwig von Baiern, den gekrönten Sänger, welcher aber absagen ließ.Ucbrigens ließ er sie freundlich grüßen und schickte ihnen ein Prachtexemplarseiner Poesien mit Goldschnitt und Einband von rothcm Maroquin-Papier.Hierauf wandten sich die Schwaben an den Hofrath Winkler, welcher unterdem Namen Theodor Hell seinen Dichterruhm verbreitet hat; dieser aberantwortete, seine Stellung als Herausgeber der Abendzeitung erlaube ihmnicht, sich in die schwäbische Schule aufnehmen zu lassen, dazu komme, daß erselber eine sächsische Schule stiften wolle, wozu er bereits eine bedeutende An-zahl poetischer Landsleute engagirt habe. In ähnlicher Weise haben aucheinige berühmte Obcrlausihcr und Hinterpommcrn die Anträge der schwäbi-schen Schule abgewiesen.
In dieser Roth begingen die Schwaben einen wahren Schwabenstreich, sienahmen nämlich zu Mitgliedern ihrer schwäbischen Schule einen Ungar undeinen Kaschuben. Ersterer, der Ungar, nennt sich Nicolaus Lenau, und ist,seit der Juliusrcvolution, durch seine liberalen Bestrebungen, auch durch denanpreisenden Eifer meines Freundes Laube, zu einer Renommee gekommen,die er bis zu einem gewissen Grade verdient. Die Ungarn haben jedenfallsviel dadurch verloren, daß ihr Landsmann Lenau unter die Schwaben gegangenist; indessen, so lange sie ihren Tokayer behalten, können sie sich über diesenVerlust trösten.
Die andere Requisition der schwäbischen Schule ist minder brillant; siebesteht nämlich in der Person des gefeierten Wolsgang Menzel, welcherunter den Kaschuben das Licht erblickt, an den Marken Polens undDeutschlands, an jener Grenze, wo der germanische Flegel den slavischenFlegel versteht, wie der alte Voß sagen würde, der alte Johann Heinrich Voß,der ungeschlachte aber ehrliche sächsische Bauer, der, wie in seiner Gesichts-bildung so auch in seinem Gemüthe, die Merkmale des Deutschthums trug.