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ganz und gar schlecht ist, so muß er, aus Furcht vor dem OstrazismuS derComödiantcn, gleich wieder ein Dutzend der allermiscradelsten Machwerkezu Tage fördern. Ihr wundert Euch über das Wort „ein Dutzend?" Esist gar keine Uebertreibung von mir. Dieser Mann kann wirklich jedes Jahrein Dutzend Dramen schreiben, und man bewundert diese Produktivität. Aber„es ist keine Hexerei," sagt Jantjcn von Amsterdam, der berühmte Taschen-spieler, wenn wir seine Kunststücke anstaunen: „Es ist keine Hererei, sonder»nur die Geschwindigkeit."
Daß es Herrn Raupach gelungen ist, auf der deutschen Bühne empor zukommen, hat aber noch einen besondern Grund. Dieser Schriftsteller, vonGeburt ein Deutscher, hat lange Zeit in Rußland gelebt, dort erwarb er seineBildung und es war die moSkowitische Muse, die ihn eingeweiht in die Poesie.Diese Muse, die eingezobelte Schöne mit der holdselig aufgestülpten Nase,reichte unserem Dichter die volle Branntweinschaale der Begeisterung, hingum seine Schulter den Köcher mit kirgisischen Witzpseilen und gab in seineHände die tragische Knute. Als er zuerst damit aus unsere Herzen losschlug,wie erschütterte er uns! Das Befremdliche der ganzen Erscheinung mußteuns nicht wenig in Verwunderung setzen. Der Mann gefiel uns gewißnicht im zivilisirtcn Deutschland; aber sein sarmatisch ungcthümes Wesen,eine täppische Behendigkeit, ein gewisses brummendes Zugreifen in seinemVerfahre», verblüffte das Publikum. Es war jedenfalls ein origineller An-blick, wenn Herr Raupach auf seinem slavischen Pegasus, dem kleinen Klepper,über die Steppen der Poesie dahinjagte, und unter dem Sattel, nach ächterBaschkirenweise seine dramatischen Stoffe gar ritt. Dieses fand Beifall inBerlin; — dem Herrn Naupach gelang es dort Fuß zu fassen, er wußte sichmit den Schauspielern zu verständigen, und seit einiger Zeit, wie schon gesagt,wird Raupach Apollo neben Diana Birch-Pfcifer, göttlich verehrt in demTempel der dramatischen Kunst. Dreißig Thalcr bekömmt er für jeden Aktden er schreibt, und er schreibt lauter Stücke von sechs Akten, indem er demersten Akt den Titel „Vorspiel" giebt. Alle mögliche Stoffe hat er schonunter den Sattel seines Pegasus geschoben und gar geritten. Kein Held istsicher vor solchem tragischen Schicksal. Sogar den Siegfried, den Drachcn-tödter, hat er unter bekommen. Die Muse der deutschen Geschichte ist inVerzweiflung. Einer Niobe gleich betrachtet sie mit bleichem Schmerze dieedlen Kinder, die Raupach-Apollo so entsetzlich bearbeitet hat. O Jupiter!er wagte es sogar Hand zu legen an die Hohenstaufen, unsere alten geliebtenSchwabenkaiscr! Es war nicht genug, daß Herr Friedrich Raumer sie ge-schichtlich eingeschlachtet, jetzt kommt gar Herr Raupach der sie fürs Theaterzurichtet. Raumerschc Holzfigurcn überzieht er mit seiner ledernen Poesie,mit seinen russischen Juchten, und der Anblick solcher Carrikaturen und ihr
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