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wen;" und „meine Ideen sind es, die er genommen," und wieder „meineIdeen," war der beständige Refrain des armen Mannes. Wahrlich, sprachder Schuster Jakob Böhme einst wie ein Philosoph, so spricht der PhilosophSchelling jetzt wie ein Schuster.
Nichts ist lächerlicher als das reklamirtc Eigenthumsrccht an Ideen. Hegelhat freilich sehr viele Schcllingsche Ideen zu seiner Philosophie benutzt; aberHerr Schelling hätte doch nie mit diesen Ideen etwas anzufangen gewußt. Erhat immer nur philosophiert, aber nimmermehr eine Philosophie geben können.Und dann dürfte man wohl behaupten, daß Herr Schelling mehr von Spinozaentlehnt hat, als Hegel von ihm selber. Wenn man den Spinoza einst ausseiner starren, altkartesianischen, mathematischen Form erlöst, und ihn demgroßen Publikum zugänglicher macht, dann wird sich vielleicht zeigen, daß ermehr als jeder Andere über Jdecndiebstahl klagen dürfte. Alle unsere heu-tigen Philosophen, vielleicht oft ohne es zu wissen, sehen sie durch die Brillen,die Baruch Spinoza geschliffen hat.
Mißgunst und Neid hat Engel zum Falle gebracht, und es ist leider nurzu gewiß, daß Unmuth wegen Hegels immer steigendem Ansehen, den armenHerrn Schelling dahin geführt, wo wir ihn jetzt sehen. — Herr Schelling ver-rieth die Philosophie an die katholische Religion. Alle Zeugnisse stimmen hierinübcrein, und es war längst vorauszusehen, daß es dazu kommen mnßtc. AuSdem Munde einiger Machthaber zu München hatte ich so oft die Worte gehört:„man müsse den Glauben verbinden mit dem Wissen." Diese Phrase warunschuldig wie die Blume und dahinter lauerte die Schlange. Jetzt weiß ichwas Ihr gewollt habt. Herr Schelling muß jetzt dazu dienen, mit allen Kräf-ten seines Geistes die katholische Religion zu rechtfertigen, und alles, 'was erunter dem Namen Philosophie jetzt lehrt, ist nichts anders als eine Rechtfer-tigung des Katholizismus. Dabei spekulirte man noch auf den Nebcnvortheil,daß der gefeierte Name die weisheitsdürsicnde deutsche Jugend nach Münchenlockt. Andächtig kniet diese Jugend vor dem Manne, den sie für den Hohe-priester der Wahrheit hält, und arglos empfängt sie aus seinen Händen die ver-giftete Hostie.
Unter den Schülern des Herrn Schelling nennt Deutschland in besondersrühmlicher Weise den Herrn Steffens, der jetzt Professor der Philosophie inBerlin. Er lebte zu Jena als die Schlegel dort ihr Wesen trieben, und seinName erklingt häufig in den Annalen der romantischen Schule. Er hat spä-terhin auch einige Novellen geschrieben, worin viel Scharfsinn und wenig Poesiezu finden ist. Bedeutender sind seine wissenschaftlichen Werke, namentlich seineAnthropologie. Diese ist voll originaler Ideen. Von dieser Seite ist ihm we-niger Anerkennung zu Thcil geworden, als er wohl verdiente. Andere habendie Kunst verstanden, seine Ideen zu bearbeiten, und sie als die ihrigen ins