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unsere grüßte Aufmerksamkeit. Denn in früherer Zeit ist durch ihn in derdeutschen Gcisterwelt eine große Rcvoluzion entstanden, und in späterer Zeithat er sich so verändert, daß die Unerfahrnen in die grüßten Jrrthümcr ge-rathen, wenn sie den früheren Schilling mit dem jetzigen verwechseln möchten.Der frühere Schilling war ein kühner Protestant, der gegen den FichteschcnIdealismus protestirtc. Dieser Idealismus war ein sonderbares System,das besonders einem Franzosen befremdlich sein muß. Denn während inFrankreich eine Philosophie auskam, die den Geist gleichsam verkörperte, dieden Geist nur als eine Modifikazion der Materie anerkannte, kurz, währendhier der Materialismus herrschend geworden, erhob sich in Deutschland einePhilosophie, die, ganz im Gcgenthcil, nur den Geist als etwas Wirklichesannahm, die alle Materie nur für eine Modifikazion des Geistes erklärte, diesogar die Eristcnz der Materie läugnctc. Es schien fast, der Geist habe jen-seits des Rheins Rache gesucht für die Beleidigung, die ihm diesseits desRheines widerfahren. Als man den Geist hier in Frankreich läugnetc, daemigrirte er gleichsam nach Deutschland und läugnetc dort die Materie. Fichtekönnte man in dieser Beziehung als den Herzog von Braunschweig des Spi-ritualismus betrachte», und seine idealistische Philosophie wäre nichts als einManifest gegen den französischen Materialismus. Aber diese Philosophie,die wirklich die höchste Spitze des Spiritualismus bildet, konnte sich eben sowenig erhalten, wie der krasse Materialismus der Franzosen, und HerrSchel-ling war der Mann, welcher mit der Lehre auftrat! daß die Materie, oder,wie er es nannte, die Natur, nicht bloß in unserem Geiste, sondern auch inder Wirklichkeit existire, daß unsere Anschauung von den Dingen identisch seimit den Dingen selbst. Dieses ist nun die Schcllingsche JdentitätSlehre,oder, wie man sie auch nennt, die Naturphilosophie,
Solches geschah zu Ausaug des Jahrhunderts. Herr Schilling war da-mals ein großer Mann. Unterdessen aber erschien Hegel auf dem philosophi-schen Schauplatz; Herr Schilling, welcher in den letzten Zeiten fast nichtsschrieb, wurde verdunkelt, ja, er gcricth in Vergessenheit und behielt nur nocheine literarhistorische Bedeutung. Die Hegclsche Philosophie ward die herr-schende, Hegel ward Souverain im Reiche der Geister, und der arme Schilling,ein heruntergekommener, mediatisirtcr Philosoh, wandelte trübselig umherunter den anderen mediatisirtcn Herren zu München. Da sah ich ihn einstund hätte schier Thräncn vergießen können über den jammervollen Anblick.Und was er sprach war noch das Allerjämmcrlichste, es war ein neidischesSchmähen auf Hegel, der ihn süpplantirt. Wie ein Schuster über einenandern Schuster spricht, den er beschuldigt, er habe sein Leder gestohlen undStiefel daraus gemacht: so hörte ich Herrn Schilling, als ich ihn zufälligmal sah, über Hegck spreche», über Hegel, welcher ihm „seine Ideen gcnom-