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Courtoisic fehlen lassen, gleich dem Scharfrichter, welcher Carl I. zu köpfenhatte, und, che er sein Amt verrichtete, vor dem Könige niederkniete und seineallerhöchste Verzeihung eröat.
Unter die Gegner Goethes gehörte auch der famose Hofrath Müllnerund sein einzig treu gebliebener Freund, der Herr Professor Schuh, Sohn desalten Schütz. Noch einige andere, die minder famose Namen führten, z. B.ein Herr Spaun, der lange Zeit, wegen politischer Vergehen, im Zuchthauscgesessen hat, gehörten zu den öffentlichen Gegnern Goethes. Unter unS ge-sagt, es war eine sehr gemischte Gesellschaft. Was vorgebracht wurde, habeich hinlänglich angedeutet; schwerer ist es das besondere Motiv zu errathen,das jeden Einzelnen bewogen haben mag seine antigoetheanischen Überzeu-gungen öffentlich auszusprechen. Nur von einer Person kenne ich dieses Motivganz genau, und da ich dieses selber bin, so will ich jetzt ehrlich gestchen! eswar der Neid. Zu meinem Lobe muß ich jedoch nochmals erwähnen, daß ichin Goethe nie den Dichter angegriffen, sondern nnr den Menschen. Ich habenie seine Werke getadelt. Ich habe nie Mängel darin sehen können, wie jeneKritiker, die mit ihren feingcschliffenen Augengläsern, auch die Flecken imMonde bemerkt haben;—die scharfsichtigen Leute! was sie für Flecken ansehen,das sind blühende Wälder, silberne Ströme, erhabene Berge, lachende Thäler.
Nichts ist thörigtcr als die Geringschätzung Goethes zu Gunsten desSchiller, mit welchem man es keineswegs ehrlich meinte, und den man vonjeher pries um Goethe herabzusetzen. Oder wußte man wirklich nicht, daßjene hochgcrllhmten Hochidealischen Gestalten, jene Altarbilder der Tugend undSittlichkeit, die Schiller aufgestellt, weit leichter zu verfertigen waren als jenesündhaften, kleinweltlichen, befleckten Wesen, die uns Goethe in seinen Werkenerblicken läßt? Wissen sie denn nicht, daß mittelmäßige Maler meistenslebensgroße Heiligenbilder auf die Leinwand pinseln, daß aber schon ein großerMeister dazu gehört, um etwa einen spanischen Bctteljungen, der sich laust,einen niederländischen Bauern, welcher kotzt, oder dem ein Zahn ausgezogenwird, und häßliche alte Weiber, wie wir sie auf kleinen holländischen Kabinet-bildchen sehen, lebenswahr und technisch vollendet zu malen? Das Großeund Furchtbare läßt sich in der Kunst weit leichter darstellen als das Kleineund Putzige. Die egyptischen Zauberer haben dem Moses viele Kunststückenachmachen können, z. B. die Schlangen, das Blut, sogar die Frösche; aber,als er scheinbar weit leichtere Zauberdinge, nämlich Ungeziefer, hervorbrachte,da gestanden sie ihre Ohnmacht, und sie konnten das kleine Ungeziefer nichtnachmachen, und sie sagten: da ist der Finger Gottes. Scheltet immerhinüber die Gemeinheiten im Faust, über die Scenen auf dem Brocken, imAucrbachskcller, scheltet auf die Liederlichkeiten im Meister — das könnt Ihrdennoch alles nicht nachmachen ; da ist der Finger Goethes! Aber Ihr wollt