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wirklichen in heilsamer That. Er war unermüdlich in philantropischen Be-strebungen, er war sehr praktisch, und hat in schcinloser Stille an allen Liebes-werkcn gearbeitet. Das große Publicum hat von seinem Thun und Schaffennichts erfahren, er focht und blutete incognito, sein Name ist ganz unbekanntgeblieben, und steht nicht eingezeichnet in dem Adreßkalcndcr der Selbstauf-opferung. Unsere ist nicht so ärmlich wie man glaubt; sie hat erstaunlich vielesolcher anonymen Märtyrer hervorgebracht.
Ter Nccrolog des verstorbenen Marcus leitete mich unwillkürlich zu demNekrolog des Vereins, zu dessen chrenwcrthcstcn Mitgliedern er gehörte, undals dessen Präsident der schon erwähnte, jetzt ebenfalls verstorbene EduardGans sich geltend machte. Dieser hochbegabte Mann kann am wenigstenin Bezug auf bescheidene Selbstaufopferung, aus anonymes Märtyrerthumgerühmt werden. Ja, wenn auch seine Seele sich rasch und weit erschloß füralle HcilSfragen der Menschheit, so ließ er doch selbst im Rausche der Begei-sterung niemals die Pcrsonalintercsscn außer Acht. Eine witzige Dame, zuwelcher GauS oft des Abends zum Thce kam, machte die richtige Bemerkung,daß er während der eifrigsten DiScussion und trotz seiner großen Zerstreutheitdennoch, nach dem Teller der Butterbrote hinlangcnd, immer diejenigen But-terbrote ergreife, welche nicht mit gewöhnlichem Käse, sondern mit frischemLachs bedeckt waren.
Die Verdienste des verstorbenen Gans um deutsche Wissenschaft sind allge-mein bekannt. Er war einer der rührigste» Apostel der Hegel'schen Philo-sophie, und in der Rcchtsgelahrtheit kämpfte er zermalmend gegen jene Lakaiendes altrömischen Rechts, welche ohne Ahnung von dem Geiste, der in der altenGesetzgebung einst lebte, nur damit beschäftigt sind, die hinterlassene Garde-robe derselben auszustauben, von Motten zu säubern, oder gar zu modernemGebrauche zurecht zu flicken. GanS fuchtelte solchen Servilismus selbst inseiner elegantesten Livree. W>e wimmert unter seinen Fußtritten die armeSeele des Herrn von Savigny! Mehr noch durch Wort als durch Schristförderte Gans die Entwickelung des deutschen FreiheitSsinncs, er entfesselte diegebundensten Gedanken und riß der Lüge die Larve ab. Er war ein beweg-licher Fcuergeist, dessen Witzfnnkcn vortrefflich zündeten, oder wenigstens herr-lich leuchteten. Aber den trübsinnigen Ausspruch dcS Dichters (im zweitenThrile dcS Faust):
,,Alt ist das Wort, doch bleibet hoch und wahr der Sinn,
Daß Scham und Schönheit nie zusammen, Hand in Hand,
Den Weg verfolgen über der Erde grünen Pfad.
Tief eingewurzelt wohnt in Beiden alter Haß,
Daß wo sie immer auch des Weges sich
Begegnen, jede der Gegner!» den Rücken kehrt." —