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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
Entstehung
Seite
125
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anzusehen wie er sich vergebens abmühte, für das Darzustellende die noth-dürftigste Form zu finden. Ungenießbar, unverdaulich^ abstrus waren daherdie Artikel und gar die Bücher, die er geschrieben.

Außer einigen linguistischen, astronomischen und botanischen Schriften hatMarcus eine Geschichte der Nandalen in Afrika, und in Verbindung mit demProfessor Densberg eine nordafrikanische Geographie herausgegeben. Erhinterläßt in Mannscript ein ungeheuer großes Werk über Abyssinien, welchesseine eigentliche Lebensarbeit zu sein scheint, da er sich schon zu Berlin mitAbyssinien beschäftigt hatte. Nach diesem Lande zogen ihn wohl zunächst dieUntersuchungen über die FalaschaS, einen jüdischen Stamm, der lange in denabyssinischcn Gebirgen seine Unabhängigkeit bewahrt hat. Ja, obgleich seinWissen sich über alle Weltgcgenden verbreitete, so wußte Marcus doch ambesten Bescheid hinter den Mondgebirgen Acthiopicns, an den verborgenenQuellen des Nils, und seine größte Freude war, den Bruce oder gar denHassclquist auf Jrrthümcrn zu ertappen. Ich machte ihn einst glücklich, alsich ihn bat, mir aus arabischen und talmudischcn Schriften alles zu compi-liren, was auf die Königin von Saba Bezug hat. Dieser Arbeit, die sichvielleicht noch unter meinen Papieren befindet, verdanke ich es, daß ich noch zuheutiger Stunde weiß, weshalb die Könige von Abyssinien sich rühmen, ausdem Stamme David entsprossen zu sein: sie leiten diese Abstammung vondem Besuch her, den ihre Neltermutter, die besagte Königin von Saba, demweisen Salomon zu Jerusalem abgestattet. Wie ich aus besagter Compilationersah, ist diese Dame gewiß eben so schön gewesen, wie die Helena von Sparta.Jedenfalls hat sie ein ähnliches Schicksal nach dem Tode, da es verliebteRabbinen giebt, die sie durch cabalistische Zauberkunst aus dem Grabe zubeschwören wissen; nur find sie manchmal übel dran mit der beschworenenSchönen, die den großen Fehler hat, daß sie, wo sie sich einmal hingesetzt, garzu lange sitzen bleibt. Man kann sie nicht los werden.

Ich habe bereits angedeutet, daß irgend ein Interesse der jüdischen Geschichteimmer letzter Grund und Antrieb war bei den gelehrten Arbeiten des seligenMarcus: in wie weit dergleichen auch bei seinen abyssinischcn Studien derFall war, und wie auch diese ihn ganz frühzeitig in Anspruch genommen,crgtebt sich unabweisbar aus einem Artikel, den er schon damals zu Berlin inderZeitschrift für Cultur und Wissenschaft des Judenthums" abdruckenließ. Er behandelte nämlich die Bcschneidung bei den Abyssinicrinncn. Wieherzlich lachte der verstorbene Gans, als er mir in jenem Aufsatze die Stellezeigte, wo der Verfasser den Wunsch aussprach, es möchte jemand diesenGegenstand bearbeiten, der demselben besser gewachsen sei.

Die äußere Erscheinung des kleinen Mannes, die nicht selten zum Lachenreizte, verhinderte ihn jedoch keineswegs, zu den ehrcnwerthcsten Mitgliedern

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