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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
Entstehung
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rnälde des Horacc Vemct. Mit einem gleichen unerschütterlichen saccrtotalcnErnste denn ich kann sehr ernst sein, wenn es durchaus nöthig ist hätteich auch vom Lateran herab der ganzen Christenheit den jährlichen Segen er-thcilt; in Pontificalibus, mit der dreifachen Krone auf dem Kopfe, und um-geben von einem Gcncralstab von Rothhlltcn und Bischofsmützen, Goldbrocatgewändern und Kutten von allen Coulcuren, hätte sich Meine Heiligkeitauf dem hohen Balcon dem Volke gezeigt, das tief unten, in unabsehbar wim-melnder Menge, mit gebeugten Köpfen und kniend hingclagcrt und ichhätte ruhig die Hände ausgestreckt und den Segen crthcilt, der Stadt nndder Welt.

Aber, wie du wohl weißt, geneigter Leser, ich bin kein Papst geworden,auch kein Cardinal, nicht mal ein römischer Nuntius, und wie in der welt-lichen, so auch in der geistlichen Hierarchie habe ich weder Amt noch Würdenerrungen. Ich habe cS, wie die Leute sagen, auf dieser schönen Erde zu nichtsgebracht. Es ist nichts aus mir geworden, nichts als ein Dichter.

Nein, ich will keiner heuchlerischen Dcmuth mich hingebend, diesen Namengeringschätzen. Man ist viel, wenn man ein Dichter ist, und gar wenn manein großer lyrischer Dichter ist in Deutschland, unter dem Volke, das in zweiDingen, in der Philosophie und im Liebe, alle andern Nationen überflügelthat. Ich will nicht mit der falschen Bescheidenheit, welche die Lumpen erfun-den, meinen Dichtcrruhm vcrläugncn. Keiner meiner Landsleute hat in sofrühem Alter wie ich den Lorbeer errungen, und wenn mein College Woif-gang Goethe wohlgefällig davon singt,daß der Chinese mit zitternder HandWcrthern und Lotten auf Glas male," so kann ich, soll doch einmal geprahltwerden, dem chinesischen Ruhm einen noch weit fabelhaftem, nämlich einenjapanischen entgegensetzen. Als ich mich vor etwa zwölf Jahren hier imIkötel ckes Rrinees bei meinem Freunde H. Wöhrman aus Riga befand,stellte mir derselbe einen Holländer vor, der eben aus Japan gekommen, dreißigJahre dort in Nangasaki zugebracht und begierig wünschte, meine Bekannt-schaft zu machen. Es war der vr. Bürger, der jetzt in Lcpden mit dem ge-lehrten Sepbold das große Werk über Japan herausgicbt. Der Holländererzählte mir, daß er einen jungen Japanesen Deutsch gelehrt, der später meineGedichte in japanischer llebersctzung drucken ließ, und dieses sei das erste euro-päische Buch gewesen, das in japanischer Sprache erschienen übrigensfände ich über diese curiose Uebcrtragung einen weitläufigen Artikel in derenglischen Revier? von Calcutta. Ich schickte sogleich nach mehreren eabinetscks ieeturs, doch keine ihrer gelehrten Vorsteherinnen konnte mir die Revier?von Calcutta verschaffen, und auch an Julibn und Paultibr wandte ich michvergebens

Seitdem habe ich über meinen japanischen Ruhm keine weitem Nachfor-