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denn sie fochten gewöhnlich mit verschlossenem Visir. Ecbcnso wenig die Tha-ten der Juden, wie ihr eigentliches Wesen, sind der Welt bekannt. Manglaubt sie zu kennen, weil man ihre Barte gesehen, aber mehr kam nie vonihnen zum Vorschein, und wie im Mittelalter sind sie auch noch in der moder-nen Zeit ein wandelndes Gcheimniß. ES mag enthüllt werden an demTage, wovon der Prophet gcwcissagt, daß es alsdann nur noch einen Hirtenund eine Heerde geben wird, und der Gerechte, der für das Heil der Mensch-heit geduldet, seine glorreiche Anerkennung empfängt.
Man sieht, ich, der ich ehemals den Homer zu citiren pflegte, ich citire jetztdie Bibel, wie der Onkel Tom. In der That, ich verdanke ihr viel. Sie hat,wie ich oben gesagt, das religiöse Gefühl wieder in mir erweckt; und dieseWiedergeburt des religiösen Gefühls genügte dem Dichter, der vielleicht weitleichter als andre Sterbliche der positiven Glaubensdogmen entbehren kann.Er hat die Gnade, und seinem Geist erschließt sich die Symbolik des Himmelsund der Erde; er bedarf dazu keines Kirchcnschlüssels. Die thörichtstcn undwidersprechendsten Gerüchte sind in dieser Beziehung über mich in Umlauf ge-kommen. Sehr fromme aber nicht sehr gescheute Männer des protestantischenDeutschlands haben mich dringend befragt, ob ich dem lutherisch evangelischenBekenntnisse, zu welchem ich mich bisher nur in lauer, offmellcr Weise be-kannte, jetzt, wo ich krank und gläubig geworden, mit größerer Sympathie alszuvor zugethan sei? Nein, Ihr lieben Freunde, es ist in dieser Beziehungkeine Acndcrung mit mir vorgegangen, und wenn ich überhaupt dem evange-lischen Glauben angehörig bleibe, so geschieht es, weil er mich auch jetzt durch-aus nicht gcnirt, wie er mich früher nie allzusehr gcnirte. Freilich, ich gestehees aufrichtig, als ich mich in Preußen und zumal in Berlin befand, hätte ich,wie manche meiner Freunde, mich gern von jedem kirchlichen Bande bestimmtlosgesagt, wenn nicht die dortigen Behörden jedem, der sich zu keiner von denstaatlich privilcgirtcn positiven Religionen bekannte, den Aufenthalt in Preußenund zumal in Berlin verweigerten. Wie Henri IV. einst lachend sagte:Uaris vaut bleu uns messe, so konnte ich mit Fug sagen: lZerliu vaut dienNU xi'eelre, und ich konnte mir, nach wie vor, das sehr aufgeklärte und vonjedem Aberglauben filtrirte Christenthum gefallen lassen, das man damals sogarohne Gottheit Christi, wie Schildkrötensuppe ohne Schildkröte, in den Ber-liner Kirchen haben konnte. Zu jener Zeit war ich selbst noch ein Gott, undkeine der positiven Religionen hatte mehr Werth für mich als die andere; ichkonnte aus Courtoisic ihre Uniformen tragen, wie z. B. der russische Kaisersich in einen preußischen Gardeofficicr verkleidet, wen» er dem König vonPreußen die Ehre erzeigt, einer Rcvüe in Potsdam beizuwohnen.
Jetzt, wo durch das Wiedcrerwachcn des religiösen Gefühls, so wie auchdurch meine körperlichen Leiden, mancherlei Veränderungen in mir vorgegangen