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scharfsinnig, wic das Absolute in der Identität von Sein und Wissen besteht,wie der Mensch zum Gottc werde durch die Erkenntlich, oder was dasselbe ist,wie Gott im Menschen zum Bewußtsein seiner selbst gelange. — Diese For-mel ist nicht so klar wie die ursprünglichen Worte: wenn ihr vom Baume derErkenntlich genossen, werdet ihr wic Gott sein! Frau Eva verstand von derganzen Demonstration nur das Eine, daß die Frucht verboten sei, und weil sieverboten, aß sie davon, die gute Fra». Aber kaum hatte sie den lockendenApfel gegessen, so yerlor sie ihre Unschuld, ihre naive Unmittelbarkeit, sie fand,daß sie viel zu nackend sei für eine Person von ihrem Stande, die Stainm-inutter so vieler künftiger Kaiser und Könige, und sie verlangte ein Kleid.Freilich nur ein Kleid von Feigenblättern, weil damals noch keine LyoncrSeivcnsabrikanten geboren waren, und weil es auch im Paradiese noch keinePutzmacherinnen und Modehändlerinnen gab — o Paradies! Sonderbar,so wie das Weib zum denkenden Selbstbewußtsein kommt, ist ihr erster Ge-danke ein neues Kleid! Auch diese biblische Geschichte, zumal die Rede derSchlange, kommt mir nicht ans dem Sinn, und ich möchte sie als Mottodiesem Buche voransctzen, in derselben Weise, wic man oft vor sürstlichenGärten eine Tafel sieht mit der warnenden Aufschrift: Hier liegen Fußangelnund Sclbstschüsse."
Nach der Stelle, welche ich hier citirt, folgen Geständnisse über den Einfluß,den die Lectürc der Bibel auf meine spätere GcistcScvolution ausübte. DieWiedererweckung meines religiösen Gefühls verdanke ich jenem heiligen Buche,und dasselbe ward für mich eben so sehr eine Quelle des Heils, als ein Ge-genstand der frömmigsten Bewunderung. Sonderbar! Nachdem ich meinganzes Leben hindurch mich ans allen Tanzböden der Philosophie herumge-trieben, allen Orgien des Geistes mich hingegeben, mit allen möglichen Sy-stemen gebuhlt, ohne befriedigt worden zu sein, wie Mcssaline nach einerlüdcrlichcn Nacht — jetzt befinde ich mich plötzlich auf demselben Standpunkt,worauf auch der Onkel Tom steht, auf dem der Bibel, und ich knice nebendem schwarzen Betbruder nieder in derselben Andacht —
Welche Demüthigung! mit all meiner Wissenschast habe ich es nicht weitergebracht, als der arme unwissende Neger, der kaum bnchstabircn gelernt! Derarme Tom scheint freilich in dem heiligen Buche noch tiefere Dinge zu sehe»,als ich, dem besonders die letzte Partie noch nicht ganz klar geworden. Tomversteht sie vielleicht besser, weil mehr Prügel darin vorkommen, nämlich jeneunaufhörlichen Peitschenhiebe, die mich manchmal bei der Lcctüre der Evan-gelien und der Apostelgeschichte sehr unästhetisch anwiderten. So ein armerNegersklave liest zugleich mit dem Rücken, und begreift daher viel besser alswir. Dagegen glaube ich mir schmeicheln zu dürfen, daß mir der Charakterdes Moses in der ersten Abtheilung des heiligen Buches einleuchtender anfgc-