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5 (1855) Vermische Schriften : erste Abtheilung
Entstehung
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offen zu gestehen, und ich will eS ohne Scheu hier ausüben. Ich bekenne da-her unumwunden, daß Alles, was in diesem Buche namentlich auf die großeGottcsfrage Bezug hat, ebenso falsch wie unbesonnen ist. Ebenso unbesonnenwie falsch ist die Behauptung, die ich der Schule nachsprach, daß der Deismusin der Theorie zu Grunde gerichtet sei und sich nur noch in der Erscheinnngs-wclt kümmerlich hinfristc. Nein, es ist nicht wahr, daß die Vernunftkritik, welchedie BewciSthümcr für das Dasein Gottes, wie wir dieselben seit Anselm vonCantcrburp kennen, zernichtet hat, auch dem Dasein Gottes selber ein Endegemacht habe. Der DciSmuS lebt, lebt sein lebendigstes Leben, er ist nichttodt, und am allerwenigsten hat ihn die neueste deutsche Philosophie getödtct.Diese spinnwcbige Berliner Dialektik kann keinen Hund anS dem Ofcnlochlocken, sie kann keine Katze tödtcn, wie viel weniger einen Gott. Ich habe esam eignen Leibe erprobt, wie wenig gefährlich ihr Umbringen ist; sie bringtimmer um, und die Leute bleiben dabei am Leben. Der Thürhüter der Hc-gcl'schcn Schule, der grimme Nnge, behauptete einst steif und fest, oder viel-mehr fest und steif, daß er mich mit seinem Portibrstockin den Hallischen Jahr-büchern todt geschlagen habe, und doch zur selben Zeit ging ich umher auf denBoulevards von Paris, frisch und gesund und unsterblicher als je. Der arme,brave Rüge! er selber konnte sich später nicht des ehrlichsten Lachens enthalten,als ich ihm hier in Paris das Geständniß machte, daß ich die fllrchcrlichenTodtschlagblätter, die Hallischcn Jahrbücher, nie zu Gesicht bekommen hatte,und sowohl meine vollen rothcn Backen, als auch der gute Appetit, womit ichAustern schluckte, überzeugten ihn, wie wenig mir der Name einer Leiche ge-bührte. In der That, ich war damals noch gesund und feist, ich stand imZenith meines Fettes, und war so übcrmüthig wie der König Ncbncadnczarvor seinem Sturze.

Ach! einige Jahre später ist eine leibliche und geistige Veränderung einge-treten. Wie oft seitdem denke ich an die Geschichte dieses babylonischen Kö-nigs, der sich selbst für den lieben Gott hielt, aber von der Höhe seines Dün-kels erbärmlich herabstürzte, wie ein Thier am Boden kroch und Gras(es wird wohl Salat gewesen sein). In dem prachtvoll grandiosen BuchDaniel steht diese Legende, die ich nicht blos dem guten Rüge, sondern auchmeinem noch viel verstocktem Freunde Marx, ja auch den Herren Fenerbach,Daumcr, Bruno Bauer, Hcngstenbcrg und wie sie sonst heißen mögen, diesegottlosen Selbstgöttcr, zur erbaulichen Bchcrzigung empfehle. Es stehenüberhaupt noch viele schöne und merkwürdige Erzählungen in der Bibel, dieihrer Beachtung Werth wären, z. B. gleich im Anfang die Geschichte vondem verbotenen Baume im Paradiese und von der Schlange, der kleinen Pri-vatdoccntin, die schon sechstausend Jahre vor Hegcl's Geburt die ganze He-gcl'schc Philosophie vortrug. Dieser Blaustrumpf ohne Füße zeigte sehr